Nothing Like A Dame

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JULIAN DAWSON hat ein neues Album aufgenommen. Ganz still und heimlich, ohne großes Brimborium, und wir sind mit ihm übereingekommen, dass er es in Alleinregie veröffentlicht, auf seinen Konzerten verkaufen wird und wir über unseren Mailorder. Nothing Like A Dame heißt das neueste Werk des umtriebigen Briten, und da wir am letzten Freitag eine wunderbare Kritik des Albums im "Darmstädter Echo" gefunden haben, überlassen wir es dem Redakteur, Stephan Görisch, uns das neue Album näher vorzustellen:

Es ist schon erstaunlich, dass Julian Dawson nach einer Krebserkrankung 2001 jetzt wieder so viel Kraft hat, um - neben seinem Engagement für eine Kampagne gegen Brustkrebs - das Album "Nothing Like A Dame" fertig zu stellen und damit 37 Konzerte in Deutschland geben zu können.
Die warme, sanfte doch eindringliche Stimme dieses britischen Sängers und Gitarristen steht in deutlichem Kontrast zu seiner kantigen, kahlschädeligen Erscheinung. Dieses Album ist nicht nur dem Titel nach eine Hommage an die Ladies, was schon der Aufmacher "The Gallery" im wohlgesetzten Lob einer bildenden Künstlerin verdeutlicht. "Please don't love me now: Bitte liebe mich jetzt nicht, ich bin ein Heiliger, muss das Lager mit dir verweigern". Dieses ironische Stück stammt von der Grande Dame des US-Folk Joni Mitchell ("Big Yellow Taxi"), und alle 15 Stücke dieses Albums sind in Versionen hervorragender weiblicher Künstler bekannt geworden. Teilweise auch von diesen Frauen geschrieben, wie "Mornin' Glory" von Bobbie Gentry, "All The King's Horses" von Aretha Franklin. Unter den Stücken ragt an Nachdenklichkeit wie auch an Bitterkeit "A Gamble Either Way" heraus, das die oft unterschätzte Dolly Parton geschrieben hat: "Ihr erster Fehler im Leben war, geboren zu werden - der Arzt klatschte ihr nicht mal den Hintern, sondern gleich ins Gesicht. Sie wuchs als Waisenkind auf, und niemand nahm Notiz von ihr - bis sie 13 war und alle Männer sich nach ihr umdrehten." Dieses Mädchen resigniert bei einem ständigen Abstieg zur Perle eines Bordells mit den Worten: "Das Leben ist halt ein Glücksspiel - so oder so". Größtenteils haben diese handverlesenen Oldies bereits so viel an Patina angesammelt, dass Dawsons spartanisch arrangierte, aber ausdrucksgewaltige Versionen originär wirken, so das einst von Nancy Sinatra gesungene "Sugartown", "Captain Of Your Ship" von "Reparata & The Delrons", "Kids Say The Darndest Things" und "Bedtime Story" von Tammy Wynette.
Das letztere Rührstück singt Dawson ohne jegliche Begleitung. Das flinkfingrige Background-Picking bei gleichzeitigem Gitarren-Solo bei "The Married Men" von den "Roches" sowie das perlende Geflecht aus Banjo und Gitarre bei "A Gamble Either Way" weisen auf die engagierte Mittäterschaft von Richard Kennedy und Martin Carthy (letzterer ist ein so renommierter Folk-Gitarrist, dass ihm die amerikanische Nobelgitarren-Schreinerei Martin ein Signature-Model gewidmet hat) hin.

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Nothing Like A Dame
DAWSON, JULIAN
Nothing Like A Dame
CD
HL 001
€ 14.90



1. The Gallery (4:14)
2. Whitsun Dance (3:39)
3. Independent Women Part 1 (3:19)
4. Bedtime Story (2:39)
5. Mornin' Glory (3:05)
6. The Married Men (3:48)
7. Don't Sleep In The Subway (3:05)
8. Captain Of Your Ship (3:08)
9. A Gamble Either Way (3:56)
10. Sugartown (2:53)
11. Kids Say The Darnest Things (2:49)
12. You Don't Have To Say You Love Me (2:44)
13. A Woman Left Lonely (3:43)
Bonus Tracks:
14. Move Over Darling (3:00)
15. All The King's Horses (4:28)