Mas Cuacha

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"Cuacha"! Im spanischen Sprachraum bedeutet das schlicht "Shit" - was je nach Zusammenhang in verschiedener Hinsicht interpretiert werden könnte... Für eingefleischte Rich Hopkins-Fans gibt es natürlich nur eine Wahrheit: Cuacha ist der Name des ersten Albums der legendären Sidewinders vom Januar 1988, was nichts anderes als die endgültige Zementierung des musikalischen Genrebegriffs Desert Rock bedeutete. Mit der brandneuen Scheibe der SAND RUBIES, Mas Cuacha, für dessen Übersetzung wohl niemand ein Wörterbuch benötigt, schließt sich nach ziemlich genau 20 Jahren ein Kreis, in dem auch solch personell verwandte Bands wie Underbelly, Woodcocks, Maryanne und Luminarios ihren festen Platz haben. Tucson, Arizona heißt das Epizentrum und Rich Hopkins ist der Pate, der die Strippen zieht!

Jener "Godfather of Desert Rock" ist in Europa und besonders bei uns in Deutschland mit vielen Veröffentlichungen und regelmäßigen Tourneen eine feste, ungemein beliebte Guitar Rock-Größe. Zumeist tritt er ja als Rich Hopkins & Luminarios auf, ein lockerer Haufen mit wechselnden Begleitern aus einem großen Talentpool. Aber selbstverständlich hat niemand vergessen, wie alles damals begann: Eine ruppig-roh und staubig-trocken klingende Combo namens Sidewinders startete von Tucson aus ihren vermeintlichen Siegeszug, der nach drei vorzüglichen Alben jäh endete, weil der Bandname nicht mehr verwendet werden durfte. Kurzum machte man fortan als Sand Rubies weiter und veröffentlichte 1993 ein selbstbetiteltes Major Label-Werk, das musikalisch nahtlos an die Sidewinders-Ära anknüpfen konnte.

Danach begann die endlose Luminarios-Phase von Rich Hopkins, und erst 1998 ließen alle vier Originalmitglieder die Marke Sand Rubies wieder aufleben - mit der Blue Rose-CD Return Of The Living Dead. Neben Hopkins gehörten Mark Perrodin (Bass) und Bruce Halper (Drums) dazu, wie auch Leadsänger David Slutes, der sich über all die Zeit als kongenialster und wichtigster Songwriting-Partner von Rich Hopkins erweisen sollte. Es folgte Anfang 99 noch eine CD mit ausschließlich Coverversionen älteren Datums (Release The Hounds, auch auf Blue Rose), und dann war es an der Zeit, diese Kultband, in der mittlerweile Ken Andree den Bass spielte, für immer zu beerdigen: mit einer ausgiebigen, standesgemäßen Farewell Tour und dem daraus resultierenden Doppelalbum Goodbye - Live At Alte Mälzerei (Blue Rose, 2002).

Als sich im Sommer 2007 die Gerüchte um ein Comeback der Sidewinders/Sand Rubies mit den ersten neuen Studioaufnahmen seit über 8 Jahren verdichteten, mochten es die zahlreichen Fans kaum glauben. Klar, Rich Hopkins war permanent aktiv und allgegenwärtig, aber die Sand Rubies..., ja, das ist schon was ganz Spezielles! Den deutlichen Unterschied macht Sänger David Slutes aus. Hopkins hat seine unbestrittenen Qualitäten als Gitarrist, aber Slutes dafür genau die prägnante Stimme, um einen guten Rocksong zu einem besonderen zu veredeln. Und genau das geschieht auf Mas Cuacha gleich 10 Mal! "Can't Change That", "Satellite Radio" und "Showcase 89" ist ein bärenstarker Triple Attack gleich zu Beginn. Kraftvolle aber nicht zu harte elektrische Gitarren, ein stoisch treibender Beat und hymnische Refrains (ja, durchaus mit dieser vertrauten Tendenz zum Power Pop) bestimmen zunächst das Klangbild, dann halten in "Flotsam And Jetsam" Byrds-Gitarren und Akkordeon Einzug, Sängerin Lonna Kelly duettet mit verführerischer Stimme. In der Albummitte nimmt "The Gap" das Tempo raus und lässt sich auf heftig psychedelisches Gitarrengedräune ein, bevor man mit "Machines", einem an 'Cinnamon Girl' erinnernden Stomper, wieder Fahrt aufnimmt. Dann folgt das von Rich Hopkins im Alleingang aufgenommene und mit Unterstützung von Lisa Novak gesungene "Ferment", während wir "See You In September" bereits von Maryanne, Slutes alter Interimsband, kennen. "Fuk Em" experimentiert mit langsamen Psychedelic-Sequenzen und "Sooner Or Later" rundet das Album mit einem typischen Slutes/Hopkins-Track ideal ab.

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Mas Cuacha
SAND RUBIES
Mas Cuacha
LP (Personal Vinyl Edition)
BLU LP0438
€ 19.90



Side One
1. Can't Change That
2. Satellite Radio
3. Showcase 89
4. Flotsam And Jetsam
5. The Gap

Side Two
1. Machines
2. Ferment
3. See You In September
4. Fuk Em
5. Sooner Or Later