Rustic Beauty

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Als das Blue Rose-Label vor über vier Jahren den Americana-Rocker TOM GILLAM mit seinem damaligen Album Never Look Back in Europa bekannt machte, da war er für viele noch ein unbeschriebenes Blatt. Das hat sich mittlerweile komplett geändert! Anfang 2012 darf man behaupten, dass Tom Gillam bei uns mit all seinen verschiedenen Aktivitäten zu einer echten Hausnummer im weiten Roots Rock-Feld geworden ist und zu einem Inbegriff für wertige Blue Rose-Qualität. Den Beweis tritt er regelmäßig an: sowohl bei häufigen Trips über den Atlantik, um uns mit seinen Live-Shows zu unterhalten, als auch mit seinen Alben, egal ob - wie jüngst - als Teamspieler bei der kleinen Supergroup US Rails oder - ganz brandaktuell - mit einer weiteren Solo-CD. Rustic Beauty heißt das famose Werk - es ist bereits seine 8. Veröffentlichung unter eigenem Namen und die 5. auf Blue Rose in Serie.

Die meisten Fans haben Tom Gillam anlässlich seiner Never Look Back-CD & -Tour so richtig kennengelernt, obwohl er einigen bereits in den Jahren 2005/06 als Sideman eines anderen hoch geschätzten Blue Rose-Künstlers aufgefallen war. So spielte er damals in der Begleitcombo von Joseph Parsons, absolvierte als dessen (Slide-) Gitarrist etliche Tourneen und spielte auf seinen Platten. Dabei machte Gillam durch seine vitale, sympathische Bühnenpräsenz und sein großes Talent als Gitarrist gehörig auf sich aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt hatte er in den Staaten bereits drei eigene Alben veröffentlicht: das 1998er Debüt First Of All, Dallas von 2001 und Shake My Hand (2004).

Bewegten sich die frühen Platten noch deutlich im erweiterterten Country/Roots Rock/Americana-Bereich, so erweiterte Gillam später sein Spektrum, steuerte auf einen straighteren Rock-Kurs Richtung Mellencamp, Hiatt, Walsh, Seger. Nach besagter Never Look Back und dem fulminanten Live-Mitschnitt Play Loud...Dig Deep von 2008 baute er sein Renommée ein Jahr später mit dem nächsten Studioalbum Had Enough? noch weiter aus. Inzwischen hatte sich der an der Ostküste in New Jersey aufgewachsene und in der Szene von Philadelphia groß gewordene Musiker nach Texas orientiert und im Schmelztiegel von Austin seine neue Heimat gefunden. Neben häufigen Auftritten mit seiner Band Tractor Pull oder einfach auch nur solo moderiert er eine erfolgreiche Radio Show auf KNBT-FM, dem beliebten Sender im New Braunfels/San Antonio-Einzugsbereich. In "The Cosmic Power Hour" kultiviert er seine heftige Leidenschaft zur Musik der 70er Jahre: Poco, Ozark Mountain Daredevils, Outlaws, Byrds, Manassas, die Allmans oder auch gerne Obskureres kann man sonntagabends dort hören.

Und damit sind wir auch schon bei Rustic Beauty! Wie es sich anlässlich der in 2010 auf Blue Rose veröffentlichten, persönlich zusammengestellten Anthologie Better Than The Rest mit frühem und rarem Stoff bereits andeutete, gehen Gillam's aktuelle Neigungen wieder klar zurück zum 70er Country & Roots Rock und zu den musikalischen Themen seiner ersten Platten. Die härteren, elektrischen, mit Blues und Rock'n Roll getränkten Nummern und sein ganz spezielles Slide Guitar-Spiel hat er sich derzeit für das eingangs erwähnte US Rails-Projekt reserviert. Die beliebte Multi-Frontman-Band mit Joseph Parsons, Scott Bricklin, Ben Arnold, Matt Muir und eben Tom Gillam begeistert derzeit mit ihrem vor wenigen Wochen bei Blue Rose erschienenen zweiten Album Southern Canon, auf dem Gillam alle elektrischen Saitenklänge exklusiv spielt.

Sehr anders bei Rustic Beauty! Hier gibt er ganz den entspannten, unendlich relaxten Singer/Songwriter, der mit seiner akustischen Rhythmusgitarre, dieser unnachahmlichen, auffälligen Stimme und einer fantastischen Begleitband neue eigene Songs und ausgewählte Coverversionen in semiakustisch/elektrischen Frontporch/Backporch-Arrangements mit schwülem Southern Feeling präsentiert. Nichts gegen die deutlich rockigeren Tractor Pull vergangener Gillam-Produktionen, aber was die Drakes aus Austin hier spielen, das trifft den guten alten Country Rock-Nerv auf den Punkt! Die Drakes sind neben Tom Gillam der Leadgitarrist und Lap Steeler Matt Giles (Toni Price, Beaver Nelson, Nathan Hamilton), Keyboarder Ron Flynt (20/20, Bluehearts, Walter Tragert, Scrappy Jud Newcomb), Austin-Kultbassist Michael "Cornbread" Traylor (Alejandro Escovedo, Billy Joe Shaver, Larry Wilson) und Drummer Vicente Rodriguez (Walt Wilkins, Eric Hisaw). Ergänzt wird dieses Quintett des öfteren von Steelgitarrist David Spencer (Hayes Carll, Shelley King) und Fiddler Cody Braun von Reckless Kelly.

Rustic Beauty hat 11 erstklassig ausgesuchte und überlegt gekoppelte Tracks, darunter gleich 8 aus der Feder von Tom Gillam. Neben dem leicht country-souligen, in einen geradezu hymnenhaften Refrain mündenden 'Hand Me Down Blues' von Texas-Kollegin Terri Hendrix (wahrscheinlich eine der unterschätztesten Songwriterinnen der Szene!) hören wir dazu zwei 70er Klassiker, die direkt der "Cosmic Power Hour" Radio Show entnommen sein könnten: 'A Good Feelin' To Know', einer der stärksten Beiträge von Richie Furay für die kultige Country Rock-Referenzband Poco, und 'Change Partners', eines der markantesten Stephen Stills-Stücke überhaupt (von Stephen Stills 2)! Bemerkenswert, wie sich da Gillam's eigene Titel inmitten solcher Hochkaräter einfinden, nicht nur durch ausgefeiltes Handwerk überzeugen, sondern auch durch Sensibilität, Finesse und Gespür für den alten Zeitgeist, der aktuell mal wieder seine Renaissance erfährt. 'Till The Morning' als Opener ist solch eine Nummer, die nicht nur wegen der dominanten Fiddle an die Ozarks oder an Goose Creek Symphony erinnert. Danach walzert sich 'The Long Way Around' mit einem feinen Acoustic Lead-Solo in die Gehörgänge, wird den 'Crazy Southern Women' in Form eines sämig-sumpfigen, von Lap Steel durchzogenen Dan Penn/Spooner Oldham-Southern Souls Tribut gezollt oder bei 'A Song For Caroline' fröhlich-ländliche Uptempo-Laune zum Ausdruck gebracht. 'So In Tune' rockt melodisch mit Matt Giles' elektrischer Leadgitarre prominent im Vordergrund, während die leicht vernebelte Folk-Ballade 'Echo Town' dagegen klar auf Westcoast-Kurs frei nach David Crosby & Graham Nash geht.

So haben wir es bei Rustic Beauty wieder mit einem 100%ig handgemachten Tom Gillam-Album zu tun, das allerdings sehr viel weniger auf lauten Rock'n Roll setzt als auf unaufgeregten, abgehangenen, absolut souverän dargereichten Country Rock im klassischen Geist dieses Begriffs.

Die Vinyl-Ausgabe enthält eine Audio-CD mit dem kompletten Album!


When Blue Rose Records released TOM GILLAM's album Never Look Back four years ago, the Americana rocker was an unknown quantity to most European music lovers. All that has changed drastically in the meantime! In early 2012 Tom Gillam has certainly established himself as a major artist in the roots-rock field thanks to his numerous activities. He never fails to deliver proof, be it with solo live shows, as a team player in mini-supergroup US Rails or with another album release. Rustic Beauty is the fitting title of his 8th solo record, the 5th on Blue Rose.

Most fans really got to know Tom through his Never Look Back CD & tour although some had noticed him even before that as another popular Blue Rose artist's sideman. In 2005/2006 Tom toured and recorded as Joseph Parsons' lead guitarist. He caused some heads to turn and ears to open with his tasty (slide) guitar playing and his energetic, likeable stage presence. At that time, he had already released three albums stateside: First Of All (1998), Dallas (2001) and Shake My Hand (2004).

While his earlier albums roamed the country/roots rock/Americana range, later on Gillam veered towards a straighter rock sound a la Mellencamp, Hiatt, Walsh, Seger. After Never Look Back and the rousing live album Play Loud ... Dig Deep (2008) he upped the ante with the next studio record Had Enough? Between albums, the New Jersey-born and Philadelphia-bred songwriter had moved to Austin, TX and found a new home there. Besides playing solo and with his band Tractor Pull, he hosts a successful radio show on KNBT-FM for the New Braunfels/San Antonio area. In "The Cosmic Power Hour" he cultivates his love for the music of the 70ies spinning Poco, Ozark Mountain Daredevils, Outlaws, Byrds, Manassas, Allman Brothers and more obscure stuff every Sunday night.

And that brings us to Rustic Beauty! His personal anthology Better Than The Rest - released on Blue Rose in 2010 - signaled a return to the 70ies country & roots rock sound of his earlier work. His harder rocking, electrified blues & rock'n'roll drenched songs with fat slide guitars are - for now - relegated to US Rails. This multi-frontman project with Joseph Parsons, Scott Bricklin, Ben Arnold and Matt Muir is currently electrifying fans with their second album Southern Canon - with Gillam playing all the electric guitar parts.

On Rustic Beauty, however, he is a very relaxed, acoustic-based singer-songwriter with a unique voice and an excellent session band, presenting original material and hand-picked covers with a Southern flavor in an easy-going back porch atmosphere. While there was much to enjoy when Tractor Pull played on his more rock-oriented albums, the Drakes from Austin are nailing this country rock feel in exquisite fashion. The Drakes consist of guitarist and lap steel player Matt Giles (Toni Price, Beaver Nelson, Nathan Hamilton), keyboarder Ron Flynt (20/20, Bluehearts, Walter Tragert, Scrappy Jud Newcomb), Austin bass legend Michael "Cornbread" Traylor (Alejandro Escovedo, Billy Joe Shaver, Larry Wilson) and drummer Vicente Rodriguez (Walt Wilkins, Eric Hisaw). This quintet is sometimes rounded out by steel guitarist David Spencer (Hayes Carll, Shelley King) and fiddler Cody Braun of Reckless Kelly.

Rustic Beauty features eleven first-class songs that segue seamlessly, eight of which were written by Tom Gillam. There's also the country soul of "Hand Me Down Blues" by Terri Hendrix (one of the most underrated songwriters on the scene) with its irresistible, hymn-like chorus and two 70ies classics that could come straight out of the "Cosmic Power Hour" radio show: "A Good Feelin' To Know", one of Richie Furay's strongest contributions to Poco, and "Change Partners", one of Stephen Stills' strongest numbers (from Stephen Stills 2).

It's remarkable how Gillam's originals shine next to such classics, not only as well-crafted songs but also thanks to his sensibility, finesse and feel for the sound of that era. Opener "Till The Morning" being a fine example of this, reminiscent of the Ozarks and Goose Creek Symphony, not only because of the fiddle. It's followed by "The Long Way Around" which waltzes with a fine acoustic solo before "Crazy Southern Women" are serenaded with a Southern soul flavor courtesy of Dan Penn/Spooner Oldham while "A Song For Caroline" provides a pleasant countrified uptempo vibe. "So In Tune" is a melodic rocker with strong electric guitar by Matt Giles while the foggy folk ballad "Echo Town" echos the westcoast sounds of David Crosby & Graham Nash.

Thus, Rustic Beauty is yet another 100 percent handmade Tom Gillam album with its focus not on loud rock'n'roll but on a more relaxed, laid-back and impeccably delivered country rock, in the classic sense of the word.

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Rustic Beauty
GILLAM, TOM
Rustic Beauty
LP (Personal Vinyl Edition)
BLU LP0565
€ 16.90



Side One
1. Till The Morning
2. All Right
3. Crazy So9uthern Women
4. A Good Feelin' To Know
5. Hand Me Down Blues
6. (Special Announcement)
Side Two
1. So In Tune
2. Echo Town
3. A Song For Caroline
4. (I Guess) You Got Yours, Too
5. Change Partners
6. The Long Way Around