The Fate Of The World Depends On This Kiss

Jump to “More items of this artist”

WHITEHORSE ist eine frische, neue Band mit zwei bekannten Namen: die kanadischen Indie Roots/Rock-Künstler & Singer/Songwriter Luke Doucet sowie seine Ehefrau Melissa McClelland. Bei den vielen individuellen Aktivitäten der beiden war ein einigermaßen geregeltes Zusammenleben bisher kaum möglich. Was lag also näher, als beider Ego für unbestimmte Zeit zurückzustellen und ein gemeinsames, gleichberechtigtes Team zu gründen? Whitehorse! So geschehen in 2011, schnell verfeinert mit etlichen Gigs bis nach Europa und manifestiert durch eine erste kurze, selbstbetitelte 8-Tracks-Mini-CD: Whitehorse. An diesem Punkt hätte es auch schon genug sein können - Ehepartner zusammen in derselben Firma..., das funktioniert bekanntlich nur selten. Aber Doucet und McClelland haben daran Gefallen gefunden, ja, sie sind von ihrem Baby Whitehorse dermaßen begeistert, dass sie nur ein gutes Jahr später gehörig nachlegen: The Fate Of The World Depends On This Kiss heißt ihr zweites, geradezu dramatisch betiteltes Album und diesmal ist es ein "richtiges" geworden, eines mit 12 kapitalen Tracks und einer Gesamtlänge von soliden 47 Minuten.

Luke Doucet ist vermutlich das größte Allroundtalent in der aktuellen kanadischen Musikszene, ein wahrer CanAmericana-Maestro als Sänger, Songautor, Gitarrist, Multiinstrumentalist und Produzent. Bereits vor 20 Jahren spielte er - gerade 19 - die Leadgitarre für die große Folk Pop-Chanteuse Sarah McLachlan, sein Name findet sich in den Bios und Booklets von McLachlan, Chantal Kreviazuk, Carolyn Mark, Captain Tractor, Oh Susanna, NQ Arbuckle, Dustin Bentall und Kathleen Edwards, er zählt zur Familie von Blue Rodeo. Auf seinen eigenen Platten bietet er eine breite Palette von Gitarrenrock zu coolem Indie Pop, von CanAmericana Folk über 60er Garagenpunk zu Alt.Country Rock, er spielt nicht nur absolut erstklassig Gitarre (Electric, Acoustic, Slide, Pedal & Lap Steel) sondern auch Bass, Drums, Percussion, Banjo, Keyboards, Harmonica und hat ein sehr abwechslungsreiches Repertoire zu bieten: Singer/Songwriter im Kern, Pop in den Melodien und Arrangements, Alt.Prairie Rock in der Instrumentierung und Ästhetik. Erwähnenswert ist das Guitar/Punk/Garage Rock-Trio Veal am Start seiner professionellen Laufbahn mit drei Veröffentlichungen (Hot Loser/96, Tilt O'Whirl/99, The Embattled Hearts/03). Seit 2001 kommen diese Solo-CDs hinzu: Aloha Manitoba/01, Outlaws/04, Broken (And Other Rogue States)/05, Blood's Too Rich/08 und Steel City Trawler/10, die beiden letzten als Luke Doucet & The White Falcon (mit Melissa McClelland an Bord).

Dass Melissa McClelland weit mehr Talent besitzt, als sie es auf den Alben ihres Mannes und bei Studiosessions von Justin Rutledge über NQ Arbuckle bis Jim Cuddy und Blue Rodeo meist nur als Harmoniesängerin zeigen darf, beweist die erfrischend wenig festgelegte Musikerin mit zünftigen Beiträgen zum White Falcon-Liveprogramm und besonders auf ihren bislang vier Solo-CDs: Melissa McClelland/01, Stranded In Suburbia/04, Thumbelina's One Night Stand/06 und Victoria Day/09. Ihre Stücke (z.B. das bekannteste, 'Passenger 24') strotzen vor individueller Kraft, eindrucksvollen Geschichten, atmosphärischer Dichte, mitreißendem Gesang und einer Bandbreite zwischen großem Pop und geerdetem Roots Rock. Stilistisch und gesanglich rückt sie damit in die Nähe von Aimee Mann, Sarah Harmer, Kathleen Edwards, Amy Rigby und Neko Case. Luke Doucet hat bis auf das frühe Debüt sämtliche ihrer Platten produziert und maßgeblich mitgespielt.

Anlässlich der 2004er Sessions hatten sie sich kennengelernt, in der Sarah McLachlan Band sind sie ein Paar geworden und seit Sommer 2006 verheiratet. Und nun schließen sie mit der Band Whitehorse auch ihren musikalischen Vertrag! Eine Band mit zwei Personen? Klar, es wäre auch einfacher gegangen ("Luke & Melissa"), aber dann hätte man sie immer wieder mit all den Sologeschichten in Verbindung gebracht. Whitehorse dagegen ist etwas Neues. Hier sind Doucet und McClelland erstmalig als Team bedingungslos zusammen, haben die Songs gemeinsam komponiert und arrangiert, singen beide auf allen Tracks, treten live als Duo auf, spielen die Instrumente. Für die 2011er Mini-CD Whitehorse haben sie 5 von 8 Songs neu geschrieben und zwei ältere ('Broken', 'Passenger 24') völlig umgekrempelt. Das ist ein abenteuerlicher Mix geworden aus spookigem Folk, garagigem Rock, atmosphärisch/fast ambienten CanAmericana Songs, kurzen soundtrack-artigen Klanglandschaften, schwerem, düsterem Alt.Roots Rock, und dazwischen steht eine unerhört lässige Version von Bruce Springsteen's 'I'm On Fire'.

Mit The Fate Of The World... ist Whitehorse nun die direkte Weiterentwicklung gelungen! 10 brandneue Nummern wurden im Team geschrieben, zwei lange verstaubte Doucet-Stücke ('Mexico Texaco' von Veal und 'Annie Lu') komplett renoviert und - unter Beibehaltung all der spannenden Stilschwenks, kreativen Ideen und dem Mut zum Risiko - in einer deutlich flüssiger gestalteten Soundlandschaft angeordnet. 'Achilles' Desire' ist der perfekte Song zum Start: Dominiert durch die harschen Twangklänge von Doucet's legendärer Gretsch Gitarre, rhythmisch rudimentär untermalt durch Fuß-Kick-Tambourine und Händeklatschen in einer intensiven, gespenstischen Grundstimmung, aufgelöst in einem melodischen Break, bei dem die Stimmen plötzlich wundersam harmonisch zusammenfinden, wird der Hörer schon mal ganz tief in den Whitehorse-Kosmos eingeführt! 'Devil's Got A Gun' ist Alt.Folk Rock mit Tom Petty-Pop-Refrain und Spaghetti Western-Gitarre, 'Mismatched Eyes (Boat Song)' zeigt sich lange als wunderschöner, sparsamer Acoustic Love Song mit romantischem Stimmenwohlklang, bevor Doucet im letzten Viertel mit seiner Elektrischen gnadenlos dazwischen sägt. Danach erinnert 'Peterbilt Coalmine' an seligste Neil Young & Nicolette Larson-Zeiten. Im sanften, fast gehauchten 'Cold July', dem mit maschinellen Beats aufgemotzten Stomper 'Jane' und dem vermeintlich simplen, folkpoppigen, später mit lauten Power Pop-Gitarren durchsetzten 'Out Like A Lion' bekommt McClelland Gelegenheit, sich von gleich drei völlig verschiedenen Seiten zu zeigen. 'No Glamour In The Hammer' verhandelt auf ironische Weise ihre für die meisten Kanadier furchtbar triste Heimatstadt Hamilton, Ontario. Vor etlichen Jahren hatte sich das Paar nämlich vom allzu trendigen Moloch Toronto in die graue "Steel City" zurückgezogen. Mit 'Radiator Blues' und 'Annie Lu' wenden sich Whitehorse wieder dem sumpfig-pulsierenden, mit verstörenden Arrangements (inkl. Doucet's rasierklingenscharfer Slide) gespickten Roots Rock alternativer Prägung zu, während uns 'Wisconsin' mit cleveren Wortspielen im flotten Desert Country Rock-Modus eher in den Südwesten zu Calexico entführt. Konsequenterweise bleibt es zum Abschluss bei diesem Klangbild: 'Mexico Texaco' entwickelt sich in Zeitlupe als 6-minütiges Roadmovie zu einer schillernden, pedal-steel-getränkten Fata Morgana-Killerballade der Extraklasse!

Mit Whitehorse haben sich Luke Doucet und Melissa McClelland unter Berücksichtigung ihrer langjährigen individuellen Erfahrungen völlig neu aufgestellt. Und sie haben damit wohl nicht nur ihre alten Fans mobilisiert und zusammengeführt, denn ihre prickelnden Livekonzerte sind durchgängig früh ausverkauft, die Debüt-EP hat mächtig Begeisterung geweckt und Appetit gemacht. Auf mehr, auf The Fate Of The World Depends On This Kiss. Keine Frage: Dieses Album wird eine ganz große Erfolgsstory!!


WHITEHORSE are a fresh new band with two well-known names: Canadian indie roots/rock musician & singer-songwriter Luke Doucet and his wife Melissa McClelland. With both their many individual activities they've hardly had time to spend quality time together. So they came up with a plan and founded a band named Whitehorse. This happened in 2011 and led to plenty of gigs (even in Europe) and a short self-titled 8-song mini album. This could've been enough - after all working with your spouse isn't always easy. But Doucet & McClelland seem to like it just fine and are now delivering The Fate Of The World Depends On This Kiss, their second, dramatically titled album. It's a full-length record with twelve excellent songs and a running time of 47 minutes.

Luke Doucet is probably the greatest allround talent on the current Canadian scene, a true CanAmericana maestro as singer, songwriter, guitarist, multi-instrumentalist and producer. 20 years ago - when he was 19 - he played guitar for the great folk-pop chanteuse Sarah McLachlan. You'll find his name in the fine print of albums by McLachlan, Chantal Kreviazuk, Carolyn Mark, Captain Tractor, Oh Susanna, NQ Arbuckle, Dustin Bentall and Kathleen Edwards - he's also a member of the Blue Rodeo family. On his own records he offers a wide palette from guitar rock to cool indie pop, from CanAmericana folk to 60ies garage punk and alt. country rock. He's not only an excellent guitarist (electric, acoustic, slide, pedal & lap steel) but also well-versed on bass, drums, percussion, banjo, keyboards, harmonica and all of this in various musical styles. At heart he's a singer-songwriter but there's plenty of pop in his melodies and arrangements, and alt. prairie rock in instrumentation and aesthetics. At the start of his professional career there was the guitar/punk/garage rock trio Veal with three releases Hot Loser/96, Tilt O'Whirl/99, The Embattled Hearts/03). Since 2001 he has released three solo albums Aloha Manitoba/01, Outlaws/04, Broken (And Other Rogue States)/05, Blood's Too Rich/08 and Steel City Trawler/10, the last two as Luke Doucet & White Falcon (which featured Melissa McClelland).

Melissa McClelland has a good deal more to offer than the harmony vocals she contributes to her husband's albums and studio recordings for Justin Rutledge, NQ Arbuckle, Jim Cuddy or Blue Rodeo. She demonstrates her versatility and talent with her contributions to the White Falcons live set and her four solo releases Melissa McClelland/01, Stranded In Suburbia/04, Thumbelina's One Night Stand/06 and Victoria Day/09. Her original songs (like the best-known 'Passenger 24') are full of energy, moving stories, atmosphere and strong vocals with a stylistic scope ranging from grand pop gestures to down-to-Earth roots rock. Stylistically and vocally she is working in the vicinity of Aimee Mann, Sarah Harmer, Kathleen Edwards, Amy Rigby and Neko Case. Luke Doucet produced and played an integral part in all of her albums after the early solo debut.

They got to know one another on the 2004 sessions, became a couple as members of Sarah McLachlan's band and got married in 2006. And now they're forming a musical bond in Whitehorse. A two-member band? Sure, it could've been easier ("Luke & Melissa") but then their output would have been compared to their solo releases. Whitehorse, however, is a brand new endeavour. For the first time, Doucet & McClelland work as a team of equals, composing, arranging, singing and performing together. On stage, they work as a duo on multiple instruments. For the 2011 mini album Whitehorse they wrote five new songs and completely rearranged two that had been previously released ('Broken', 'Passenger 24'). The result is an adventurous mix of spooky folk, garage-y rock, atmospheric, almost-ambient CanAmericana songs, short, soundtrack-like soundscapes and heavy, dark alt.roots rock. And in-between all this, there's a beautifully casual version of Springsteen's 'I'm On Fire'.

The Fate Of The World Depends On This Kiss now shows a clear development. They co-wrote ten brand-new songs and dusted off two of Doucet's older compositions (Veal's 'Mexico Texaco' and 'Annie Lu'). The collection has - though genre-hopping, creativity and risk-taking are not abandoned - a more cohesive feel and flow. ,Achilles' Desire' is the perfect opener, dominated by Doucet's Gretsch guitar's harsh & twangy sounds and an intense, spooky atmosphere with a rudimentary rhythmic foundation of handclaps and tambourine, it leads into a melodic break with beautiful vocal harmonies - a great introduction to the Whitehorse universe. ,Devil's Got A Gun' is an alt.folk rock number with a Tom Petty chorus and spaghetti western guitar. ,Mismatched Eyes (Boat Song)' starts out as a beautiful, sparse acoustic love song with romantic harmonies before Doucet's powerful electric guitar enters the song with a different type of energy. It is followed by ,Peterbilt Coalmine' which is reminiscent of the best times of Neil Young & Nicolette Larson. The soft, whispery ,Cold July', the computer beat-enhanced stomper ,Jane' and the deceptively simple, folk-meets-power-pop ,Out Like A Lion' offer McClelland an opportunity to show three very differents facets of her artistry. ,No Glamour In The Hammer' describes the dreariness of their hometown Hamilton, Ontario with tongue in cheek - many years ago the couple moved from the too-trendy metropolis of Toronto to the "steel city". With ,Radiator Blues' and ,Annie Lu' Whitehorse move on to swampy, pulsating, unsettling alternative roots rock before ,Wisconsin' with its clever wordplay takes their listeners to a Calexico & rock inspired desert country. In keeping with this soundscape, album closer ,Mexico Texaco' takes its sweet slow motion time to grow into an exquisite 6-minute road movie/killer ballad drenched in pedal steel.

In Whitehorse Luke Doucet and Melissa McClelland are treading an entirely new path without abandoning their past experiences. They've mobilized and merged their fan base, constantly sell-out their live shows and have created great anticipation with their debut EP. The Fate Of The World Depends On This Kiss satisfies this desire and will without question be a great success!

One Response to “Album”

  • Thomas sagt:

    Hallo Edgar,
    ich habe mir die DVD gekauft. Allerdings sind dort 32 Songs drauf – nach „Song 28. Paradise“ kommt der Song „Hollywood Bungalow“ und dann weiter wie mit der DVD-Setlist.
    Eine kleine Anmerkung meinerseits. 😉
    Gruß
    Thomas

Leave a Reply

The Fate Of The World Depends On This Kiss
WHITEHORSE
The Fate Of The World Depends On This Kiss
CD
BLU DP0594
€ 5.90



1. Achilles' Desire
2. Devil's Got A Gun
3. Mismatched Eyes [Boat Song]
4. Peterbilt Coalmine
5. Cold July
6. Jane
7. Out Like A Lion
8. No Glamour In The Hammer
9. Radiator Blues
10. Annie Lu
11. Wisconsin
12. Mexico Texaco