Curve & Shake

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Der Name klingt so unverwechselbar wie der Mann dahinter: Walter Salas-Humara! Vor mittlerweile fast 30 Jahren trat dieser vielseitig talentierte, bis auf den heutigen Tag neuen Einflüssen gegenüber offene und stilistisch wandlungsfähige Künstler erstmalig in Erscheinung: als charismatischer Leadsänger und Songschreiber der Alt.Country Rock-Pioniere The Silos, die auch in der Nachbetrachtung einen enormen Einfluss auf die frühe, noch deutlich untergründige, No Depression-gefärbte Americana-Szene gehabt haben. In all den Jahren hat Salas-Humara nicht nur seine Silos ständig wiederbelebt und mit ihnen etliche Platten veröffentlicht, sondern an so vielen verschiedenen anderen Projekten mitgewirkt, dass man es eigentlich gar nicht glauben mag, dass sein brandneues Solowerk Curve And Shake erst sein drittes reguläres Non-Silos-Album unter eigenem Namen sein soll - dabei sogar das erste seit über 18 Jahren! Die Silos aus New York gehörten ab 1985 zur besonderen Gruppe all jener Critics' Darlings-Bands, die - ähnlich wie Velvet Underground, die späten Byrds, Television, die Feelies oder Green On Red - einfach zu gut und ihrer Zeit voraus waren, um ihre eminent einflussreiche Musik so verkaufen zu können, wie sie es verdient hätten. Sie standen besonders mit ihren frühen Alben (Cuba!) für sensiblen, klugen, einprägsamen amerikanischen Indie Pop-goes-Alt.Country Rock der Königsklasse, der die Rezensenten begeisterte und sich in den Jahreslisten der einschlägigen Rock-Magazine platzierte. Die 90er Jahre waren geprägt von der Rastlosigkeit und Experimentierfreude ihres Masterminds Walter Salas-Humara. Häufige Ortswechsel von New York nach Los Angeles und später in die pulsierende Szene von Austin sorgten für permanente Umbesetzungen und hatten musikalische Brüche und Neuorientierungen, aber damit auch so manche qualitative Schwankungen zur Folge. Mit dem Boom von Alt.Country, No Depression und Americana waren die Silos jetzt eine Band unter vielen und mussten sich ihren Platz im großen Pool erst wieder zurückerobern. Und das geschah ab dem neuen Millennium und dem Umzug zurück nach Brooklyn dauerhaft und nachhaltig bei Blue Rose mit einer beeindruckenden Serie von gleich mehreren starken Alben zwischen 2001 und 2006. Nach einem bemerkenswert freigeistigen Folk/Pop/Electronic Music/HipHop/Poetry-Projekt in 2008 mit dem bekannten Erfolgsautoren Jonathan Lethem unter dem Konzeptnamen "I'm Not Jim" kehrte Walter Salas-Humara New York wieder mal den Rücken und gründete seinen neuen Lebensmittelpunkt einige tausend Meilen westwärts in Flagstaff, Arizona. Seine weitgehend neu formierten Silos reüssierten in 2011 auf Blue Rose mit dem famosen, kraftvollen Florizona. Und nun kommt also mit Curve And Shake keine weitere Episode in der ewigen Silos-Geschichte sondern ein Soloprojekt mit recht unterschiedlichen Facetten als Nachfolger! Ähnlich wie zu Zeiten von Lagartija (1988) und Radar (1995), seinen ersten beiden Alleingängen, hat sich bei Walter Salas-Humara ein Haufen Songs angesammelt, die er für nicht zwingend Silos-tauglich hielt, die eher eine Sonderbearbeitung erfahren sollten. Solch eine Herangehensweise lässt ihm einfach mehr Spielraum für individuelle Arrangements, abgestufte Klangfarben und vielfältige Stimmungen. So sind die 10 Songs von Curve And Shake, darunter nach eigener Aussage einige der besten, die ihm je gelungen sind, größtenteils in Writer-Teams mit Kollegen und Freunden entstanden, später bei verschiedenen Studiosessions in Flagstaff und Portland, Oregon mit jeweils lokalen Musikern eingespielt worden. Als Basisband fungiert dabei oft das auch rhythmisch spannende Westcoast-Trio GrooveSession (Sarven Manguiat/Guitar etc., Ronnie Sanchez/Bass, Manny Sanchez/Drums, alle auch mit Backing Vocals), dazu Keyboarder Ryan Williams, sein Neffe aus Portland, der Electronic Psych/Noise/Pop-Klangtüftler Charlie Salas-Humara (Panther, Sun Angle, Grapefruit), mit atmosphärisch untermalenden Synthesizern, die bekannte Pacific Northwest Rock/Jam Rock-Truppe Jerry Joseph & The Jackmormons, der innovative Gitarrist Jason Victor von der letzten Silos-Besetzung (und natürlich der Gitarrengott bei Steve Wynn & The Miracle 3!), Percussion-Ass Wally Ingram an den Congas und Freundin Amy Daggett mit Backing Vocals.

'Counting On You' startet als einschmeichelnder, folkig schlurfender Opener mit flirrenden Gitarren und Synthesizern, geht dann fließend über in den lässig vertrackten Psych Rock von 'The Craziest Feeling', co-geschrieben mit Jerry Joseph und eingespielt mit dessen Band The Jackmormons. Das markante, perlende Electric Lead-Solo übernimmt Jason Victor. In derselben Besetzung hören wir später das über 5 Minuten laufende 'What We Can Bring' - opulent mit vier Gitarren plus Keyboards und Rhythm Section arrangierter Balladenrock der Extraklasse, mit herrlichen Twin Lead Guitars von Victor und Joseph in feinster Southern Rock-Manier! 'Hoping For A Comeback' und 'Uncomplicated' kennen eingefleischte Fans bereits von dem erwähnten I'm Not Jim-Nebenprojekt 'You Are All My People' von 2008 - beide Tracks wurden allerdings hier, ähnlich wie 'Two Inches Two Hours', eine weitere, bislang unveröffentlichte Co-Arbeit mit Jonathan Lethem, völlig umgemodelt und näher in den Silos-Modus transferiert. 'I Love That Girl' ist eine wahre, mit kratziger Stimme berührend gesungene Solonummer, Salas-Humara wird hier sehr einfühlsam nur von Ryan Williams an den Tasten begleitet. Der Titelsong 'Curve And Shake', karg mit akustischer Gitarre, Percussion und E-Piano instrumentiert, aber mit zwingender Hookline ausgestattet, sowie das folk-poppige 'Satellite' erscheinen dagegen wie längst vergessene Silos-Juwelen. 'Way Too Heavy To Float' ist eine komplexe, vertrackte Ballade mit viel Input von GrooveSession-Kopf Sarven Maguiat und ausgefeiltem Backingchor. Wenn sich Walter Salas-Humara so überzeugt von seinem neuen Material zeigt, dann hat er ganz sicher dieses Stück vorneweg gemeint! Freilich überzeugt Curve And Shake als Gesamtwerk mit seiner großen Qualität und all den feinen Kleinigkeiten, die es hier zu entdecken gilt. Ja, dieser Walter Salas-Humara hat seinen ungebrochenen Status als wichtiger Musiker im Independent-Bereich und als Darling der Alt.Americana/No Depression-Szene mal wieder kräftig untermauert!!


The name is as unique as the man carrying it: Walter Salas-Humara! Almost 30 years ago this multi-talented, open-minded and stylistically versatile artist entered the stage as the charismatic singer and songwriter of alt.country rock pioneers The Silos. In retrospect they were enormously influential in the burgeoning, underground scene that blossomed into the Americana movement. In all these years, Walter Salas-Humara has revived The Silos countless times, released numerous band albums and has participated in so many projects that it’s hard to believe his new solo album Curve And Shake is only his third album under his own name – the first in 18 years.

The Silos from New York belonged to a cadre of critics’ darlings bands that were – not unlike the Velvet Underground, the later Byrds, Television, the Feelies or Green On Red – ahead of their time and simply too good to sell their highly influential music in the quantities they would have deserved. With their early albums (Cuba!), they provided smart, catchy, classy indie-pop-meets-country-rock that wowed the critics and repeatedly found their way into year’s end best lists. The 90s were influenced by Salas-Humara’s restlessness and experimental mindset.

He moved in rapid succession from New York to L.A. and then to Austin which led to personnel changes, stylistic upheavals and some highs and lows in the quality of their recorded output. When alt.country, No Depression and Americana boomed, The Silos were but one band among many and had to reclaim their status and territory as musical mavericks. This happened with their relocation to Brooklyn and a series of strong albums on Blue Rose between 2001 and 2006. After a remarkably free-thinking folk/pop/electronica/hiphop/poetry project in 2008 with famed author Jonathan Lethem under the project name “I’m Not Jim”, Walter Salas-Humara once again left New York and settled in Flagstaff, AZ. The newly-assembled Silos broke big in 2011 with the excellent, powerful Florizona album.

And now there’s Curve & Shake, not a new chapter in the never-ending story of the Silos but a multi-faceted solo album. Comparable to earlier solo outings Lagartija (1988) and Radar (1995), Walter Salas-Humara had amassed a number of songs that didn’t seem particularly suited for a Silos album but rather asked for a special treatment. This seems to offer Salas-Humara greater freedom for individual arrangements, diverse musical moods, greater stylistic range. The ten songs of Curve & Shake - some of which he considers among the best of his career - were mostly co-written with friends and colleagues and recorded in studio sessions with local musicians in Flagstaff and Portland, Or. The basic band consists of the rhythmically interesting Westcoast trio GrooveSession (Sarven Manguiat/guitar etc., Ronnie Sanchez/bass, Manny Sanchez/drums, backing vocals all of them) with keyboarder Ryan Williams and Walter’s Portland-based nephew Charlie Salas-Humara (Panther, Sun Angle, Grapefruit) who contributes atmospheric synthesizers. He also recorded with Jerry Joseph & The Jackmormons, a well-known jam/rock band, innovative guitarist Jason Victor (of Steve Wynn & The Miracle 3), percussion ace Wally Ingram on congas and girlfriend Amy Dagget on backing vocals.

‚Counting On You’ starts out as an endearing, relaxed opener that segues into the off-the-cuff, tricky psych rock of ‘The Craziest Feeling’, co-written with Jerry Joseph and recorded with his band, with Jason Victor providing the distinctive fluid solo. The same setup later turns in the five-plus minutes of ‘What We Can Bring’, an opulent rock ballad with four guitars, keyboards and rhythm section, anchored by Victor’s & Joseph’s Southern Rock-style twin leads. Devoted fans know ‘Hoping For A Comeback’ and ‘Uncomplicated’ from the ‘I’m Not Jim’ project’s 2008 release ‘You Are All My People’. Both tracks were completely overhauled and brought much closer to a Silos-type sound. The same is true of ‘Two Inches Two Hours’, another track co-written with Jonathan Lethem. ‚I Love That Girl’ is a moving solo number, sung with an unadorned, scratchy voice, accompanied only by Ryan Williams on keys. The title track ‘Curve And Shake’ is also sparsely arranged with acoustic guitar, percussion and e-piano but features a gorgeous hook line. Along with the folk pop of ‘Satellite’, it sounds like a forgotten Silos jewel. ‘Way Too Heavy To Float’ is a complex ballad with lots of input from GrooveSession mastermind Sarven Maguiat and intricate backing vocals. This is certainly one of the songs Salas-Humara has every reason to be proud of.

In total, Curve And Shake is a convincing album with lots of beautiful details worth exploring. Walter Salas-Humara undoubtedly remains an important figure and creative force on the independent and Americana scene.

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Curve & Shake
SALAS-HUMARA, WALTER
Curve & Shake
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1. Counting On You
2. The Craziest Feeling
3. Curve And Shake
4. Satellite
5. What We Can Bring
6. Hoping For A Comeback
7. I Love That Girl
8. Uncomplicated
9. Way Too Heavy To Float
10. Two Inches Two Hours