WRINKLE NECK MULES

WRINKLE NECK MULES

Deutlich rockiger und druckvoller, mehr elektrische Gitarren als Banjo, weniger Heuschober-Flair als die große Festival-Bühne. Auf diese kurze, plakative Formel lässt sich die jüngste Entwicklung der famosen Alt.Country Rocker WRINKLE NECK MULES bringen, nachdem man nur die ersten Stücke ihres brandneuen Albums Apprentice To Ghosts gehört hat. Das Quintett aus Richmond, Virginia begeistert aber nicht nur mit Lautstärke und Vehemenz, sondern hat auch sonst wieder sehr viel zu bieten auf der countryfizierten Rock-Seite unter dem ewig weiten (Alt.)Americana-Firmament. Mit der dritten CD in Folge auf Blue Rose erweisen sich die Mules als eine beachtliche Größe, mit der immer stärker gerechnet werden muss!

Vor ein paar Jahren erschien uns diese Band wie ein wahr gewordener Traum von der perfekten Synthese zwischen klassischem früh70er Country Rock und dem was heute gerne als Alt.Country, No Depression Music und Americana angeboten wird! Eine Band, die den Beweis antritt, dass stilistisch konventionelle Musik nicht von vorgestern klingen muss und dass die aktuelle, junge Szene ohne die alten Vorlagen hoffnungslos verloren wäre. Eine Band, die nicht polarisiert, sondern College Kids, Cosmic Cowboys und biertrinkendes Country-Volk zusammenführt, die unterschiedlichste Altersgruppen für sich vereinnahmen kann und die von Platte zu Platte immer besser wird. Und erfolgreicher. The Mules rule!

Erste Spuren lassen sich bis 2000 zurückverfolgen, als ein paar Freunde zwischen Charlottesville und Richmond entlang der Interstate 61 begannen, Gitarren, Banjos, Mandolinen und Pedal Steels mit Bass und Drums zu unterstützen und jenen typischen, vom Bluegrass inspirierten, mehrstimmigen Harmoniegesang zu entwickeln. Das 2003er Debütalbum Minor Enough zeugte bereits von früher Klasse und erstaunlicher Professionalität. In den Jahren 2004/05 konsolidierten die Wrinkle Neck Mules ihr Line-up, tourten regelmäßig nicht nur in den Staaten des Südostens, sondern von Kalifornien bis nach Holland und Schottland, erspielten sich eine stetig wachsende Fangemeinde und veröffentlichten mit Unterstützung des renommierten Produzenten Chris Kress (Dave Matthews Band) das deutlich gereifte Studioalbum Pull The Brake in 2006. Wahren Kultstatus, besonders bei der Independent-Fraktion im Netz, erlangte dabei der Track 'Lowlight' wegen des Duetts mit Bonnie "Prince" Billy (aka Will Oldham).

Ab 2007 wurden die Wrinkle Neck Mules ein kapitaler Blue Rose-Baustein mit Dauerwirkung! Zunächst erschien The Wicks Have Met und katapultierte sie endgültig in die Alt.Country Rock-Champions League. Mit der ausgesprochenen Vielseitigkeit von gleich zwei bis drei Leadsängern, einer ausgewogenen Mischung aus elektrischen und akustischen Instrumenten inkl. Pedal Steel, Banjo und Mandoline und einem absolut erstklassigen Material in einer Bandbreite von Poco bis Son Volt, von Ozark Mountain Daredevils bis Drive-By Truckers, von Nitty Gritty Dirt Band bis Long Ryders blühten sie auf zu einer Genre-Referenzband mit höchstem Gütesiegel! Im Herbst 2009 folgte dann Let The Lead Fly, ein in allen Belangen mehr als würdiger Nachfolger - Bestnoten der einschlägigen Kritiker und hohe Notierungen in den Americana Charts dieser Welt waren mit diesem Album garantiert!

Personell ist die Gruppe ziemlich stabil geblieben. Die Gründungsmitglieder Chase Heard (Gitarren, Banjo), Andy Stepanian (Gitarren, Keyboards) und Mason Brent (Gitarren, Mandoline, Pedal Steel) sind auch die kreativen Köpfe, hauptverantwortlich fürs Songwriting, die vielen instrumentellen Finessen und die drei abwechselnden Leadstimmen, wobei Stepanian mit seiner kratzigen Kehle (etwa zwischen Steve Earle und Brent Best von Slobberbone) heraussticht und so etwas wie der Gleichere unter Gleichen im Team zu sein scheint. Die Rhythm Section mit Bassist Brian Gregory und Schlagzeuger Stuart Gunter komplettiert die bewährte Quintettformation und fügt sich dazu öfter in den ausgefeilten mehrstimmigen Harmoniegesang ein. Für die Produktion von Apprentice To Ghosts haben die Wrinkle Neck Mules ihre klammen finanziellen Verhältnisse ins Positive verkehrt und aus der Not eine Tugend gemacht: 11 von den 12 Tracks wurden in einem kleinen Studio in Ruckersville, Virginia an nur 5 Tagen praktisch "live" aufgenommen, unter weitgehendem Verzicht auf Overdubs oder andere soundtechnische Feinheiten. Klar, dass dabei - wie immer zuletzt - der befreundete Chris Kress an den Maschinen und Reglern saß, auch für den rauen Final Mix verantwortlich war. So klingt das Album sehr spontan, ungehobelt und direkt, oder wie die Amerikaner gerne sagen: straight in your face!

Von Beginn an, also mit dem langsam dräuenden, rumpeligen 'When The Wheels Touch Down' startend, sind diese live-mäßigen Bedingungen fast körperlich zu spüren. Auch über die folgenden Titel - das schnellere, an die Meat Puppets erinnernde 'Stone Above Your Head', 'On Wounded Knee' in einem Mix aus Crazy Horse, Richmond Fontaine und Bottle Rockets, der Titelsong mit fast qualvoll heulender Pedal Steel und schleppendem Son Volt-Beat und 'Patience In The Shadow' in lauter Go To Blazes-Garagenkultur - legt sich eine Klangatmosphäre wie aus der guten, alten No Depression-Aufbruchszeit! 'Double Blade' läutet dann eine zweite Hälfte ein, die auch wegen des vermehrten Einsatzes der Pedal Steel wieder stärker vom Country Rock geprägt ist. 'Parting Of The Clouds' wird von einer offensiven Rock-Mandoline geführt, während 'Leaving Chattanooga' mit seinem quirligen Banjo-Picking, dem mehrstimmigen Chorgesang und einer Steve Earle-haften Erzählweise dem alt.folkigen Singer/Songwriter-Charakter früherer WNM-Alben am nächsten kommt. 'Liberty Bell' zieht sich über fünf Minuten zeitlupenhaft bedächtig dahin, vermutlich genauso wie die zerstörte Beziehung, der hier nachgetrauert wird, 'Banks Of The James' wächst durch den episch breiten, pedalsteel-getränkten Chorus zu einer regelrechten Hymne.

Da mag ein wenig Auflockerung durch das munter rollende, mit schrägem Twang-Solo und noch schrägerer Steel-Einlage veredelte 'Central Daylight Time' gerade recht kommen - so als wären die seligen Beat Farmers wiedergeboren. Zum Abschluss lassen die Mules es nochmal richtig krachen, ziehen auf 'Dry Your Eyes' alle Register ihrer elektrischen Alt.Country Rock-Kunst und hypnotisieren uns mit dem Refrain als Endlosschleife: "The time has come to blow out the candles, pardon me if I was confused, dry your eyes and never grow old, there's no need to stoke up the fire, it's warm enough when you breathe". Was für ein mächtiger Schlusspunkt eines begeisternden Albums!


More electric guitars, less banjo - less of a back porch feel, more of a festival stage vibe - in two words: more rock. That's how you could describe the latest evolution of one of alt-country's most exciting young bands, WRINKLE NECK MULES, after listening to the first few songs on their new album Apprentice To Ghosts. But the Richmond, Virginia-based quintet brings more to the table than volume and power. In fact, they are well-versed in practically every aspect of countrified rock music. With their third album on Blue Rose, the Mules certainly prove themselves to be a band to look out for!

A few years ago, the band seemed to be a dream come true: the perfect synthesis of classic, early 70s country rock and everything filed under Americana/No Depression/alt.country these days. A band that's out to prove that stylistically conventional music does not need to sound dated and that the current scene would be lost without its forebears. A band that doesn't polarize but bring together college kids, cosmic cowboys and beer-drinking country lovers of all ages, more so with every record. The Mules rule!

First traces of Wrinkle Neck Mules were found in 2000 when a handful of friends between Charlottesville and Richmond along Interstate 61 began adding bass & drums to guitars, banjos, mandolins and pedal steels and bluegrass-inspired, multi-part harmony vocals. Their debut album Minor Enough from 2003 demonstrated the band's class and professionalism. In 2004/2005 the Mules consolidated their line up, toured all over - from the Southeast to California, from Holland to Scotland - and accumulated an ever-growing fan base. With producer Chris Kress's (Dave Matthews Band) help they released Pull The Brake, their second, more mature studio album, in 2006. Album track "Lowlight" - a duet with Bonnie "Prince" Billy (aka Will Oldham) soon gained cult status among indie music lovers.

In 2007, the Wrinkle Neck Mules became an important and integral part of the Blue Rose roster. The Wicks Have Met catapulted the band to the roots rock major leagues. With the versatility of three lead singers, a mix of acoustic & electric instruments including pedal steel, banjo and mandolin, and first-class material ranging stylistically from Poco to Son Volt, Ozark Mountain Daredevils to Drive-By Truckers, Nitty Gritty Dirt Band to Long Ryders, the Mules became a reference point of their own. In the fall of 2009 Let The Lead Fly followed - a worthy successor on every level - and gained rave reviews and high chart positions in all kinds of Americana charts the whole world over.

In all this time, the core band has stayed stable. Founding members Chase Heard (guitar, banjo), Andy Stepanian (guitar, keyboards) and Mason Brent (guitar, mandolin, pedal steel) are the band's creative leaders in charge of songwriting, instrumental finesse and three lead vocals - with Stepanian's gravelly voice (somewhere between Steve Earle and Slobberbone's Brent Best) making him the primus inter pares. The rhythm section with bassist Brian Gregory and drummer Stuart Gunter completes the five-piece line-up and contributes to the multi-layered harmonies. The production of Apprentice To Ghosts turned the band's limited budget into a plus: Eleven of the album's twelve tracks were recorded in five days, mostly live, in a small studio in Ruckersville, Virginia. With very little in the way of overdubs and Chris Kress once more on the console, the album boasts a rough, spontaneous, direct in-your-face sound.

Starting with the slow burn of "When The Wheels Touch Down", the album's live vibe is tangible. The following cuts - the Meat Puppet-esque "Stone Above Your Head", "On Wounded Knee" which mixes influences of Crazy Horse, Richmond Fontaine and Bottle Rockets, and the album's title track with its deliciously moaning pedal steel and sluggish Son Volt beat, and "Patience In The Shadow" with a Go To Blazes-type garage sound - also provide an atmosphere that seems to come straight from the first days of the No Depression movement.
"Double Blade" opens a second half featuring more steel guitar and more influenced by country rock. "Parting Of The Clouds" is led by a driving mandolin part while "Leaving Chattanooga" with its harmony part and Steve Earlesque storytelling is closest to the singer-songwriter sound of earlier Mules albums. "Liberty Bell" is as slow motion as the relationship described in it. "Banks Of The James" grows into a bona fide hymn thanks to the epic chorus drenched in pedal steel.
The following "Central Daylight Time" loosens things up with its galloping beat, twangy solo and steel guitar part from left field - as if the Beat Farmers were reunited. And in the end, the Mules rock out once more on "Dry Your Eyes", mesmerizing listeners with the mighty chorus on repeat: "The time has come to blow out the candles, pardon me if I was confused, dry your eyes and never grow old, there's no need to stoke up the fire, it's warm enough when you breathe." What a great ending to a fabulous album!