CUDDY, JIM

CUDDY, JIM
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Obengenannter Künstler ist auch zu hören auf folgenden Alben / Artist also worked on the following records:

BLUE RODEO
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JIM CUDDY? Sehr geläufig ist der Name dieses großartigen kanadischen Musikers bei uns vielleicht noch nicht - trotzdem kennen alle Freunde handgemachter nordamerikanischer Musik von Country Rock bis Roots Pop mindestens seine unverwechselbare Stimme, wenn nicht sogar seine ganz markante Handschrift für eingängiges Songmaterial des gehobenen Anspruchs. Jim Cuddy spielt nämlich seit über einem Vierteljahrhundert in Kanadas - neben den Cowboy Junkies - wohl beständigster und bester Band, Blue Rodeo! Dort ist er nicht nur Gründungsmitglied der ersten Stunde, sondern zusammen mit seinem gleichberechtigten Partner Greg Keelor Frontmann, Leadsänger, Songwriter und Gitarrist. Hin und wieder nehmen sich Blue Rodeo eine kleine Auszeit, gehen die einzelnen Musiker eigene Wege, kümmern sich um andere Projekte. Dann ist Zeit für ganz seltene Solowerke. Skyscraper Soul ist solch ein Ereignis - Jim Cuddy's überhaupt erst drittes individuelles Album und in Europa sein Debüt auf Blue Rose!

In mehr als 25 Jahren haben sich Blue Rodeo mit regelmäßigen Veröffentlichungen und ausverkauften Konzerten einen geradezu ikonenhaften Status erworben. Zuhause genießen ihre Alben absoluten Hitstatus mit Mehrfach-Platinverkäufen, im Rest der Welt dagegen, auch vor allem in den USA, sind sie zwar unter Fachleuten hochgeschätzt, aber vom Ranking her merkwürdigerweise immer noch eine Band unter vielen. Das mag an dem besonderen Flair liegen, das den Künstlern aus dem hohen Norden anhaftet. Sie sind halt nie so ganz gradlinig gestrickt, oft zielt ihre Musik tiefer, ist dafür aber eben auch nicht so vergänglich. Hat man einmal kanadische Künstler für sich entdeckt, dann sind es meist Freundschaften fürs Leben. Das gilt nachgerade auch für Blue Rodeo, die wahrlich ihren persönlichen, charakterstarken Stil entwickelt haben: eine kongeniale Musik, in der Country Rock, Guitar Pop, Rock'n Roll, Acoustic Folk, wohl orchestrierte Balladen, urbaner Pop-Geist und ländliches, die Weite der Prarie einfangendes Feeling auf einzigartige Weise verschmelzen - eine Musik, für die das Stichwort CanAmericana eigens erfunden sein könnte. Innerhalb des Blue Rodeo-Kosmos herrscht zwar ein bewusst "demokratisches" Klangbild mit Arrangements, die allen Beteiligten viel Raum bieten, aber Jim Cuddy und Greg Keelor sind klar die kreativen Köpfe, die mit ihren Songs, Stimmen und Gitarren den Ton angeben. Sämtliche Blue Rodeo-Stücke werden stets unter Keelor/Cuddy gelistet, obwohl man als geübter Fan leicht erkennt, wem der Song "gehört". Nicht nur deswegen bezeichnet man die beiden auch gerne als Lennon/McCartney der CanAmericana-Szene. Oder als McGuinn/Hillman! Denn nicht nur die Beatles, sondern auch sehr stark die Byrds haben die Musik von Blue Rodeo im Kern mitgeprägt.

Im Gegensatz zum kantigeren, rauer wirkenden Greg Keelor und seinen meist ruhigeren, molllastigen Beiträgen, ganz zu schweigen von seinen extrem introvertierten, widerborstigen Solosachen, verkörpert der smarte Jim Cuddy eher die lockere, harmonisch-melodische, roots/pop-orientierte Seite. Das wird gerade bei den eigenen Veröffentlichungen deutlich. In 1998 präsentierte Cuddy sein Solodebüt mit 'All In Time', erst 8 Jahre später gab es mit dem ebenso vorzüglichen Album The Light That Guides You Home einen Nachfolger. Beide Platten präsentierten sich in einem folk-rockigen/No Depression-freundlichen Mix aus The Band, Jayhawks, Whiskeytown und natürlich auch Blue Rodeo mit Beatles/Pop-Elementen. Etliche Promis von Jeff Tweedy/Jay Bennett (Wilco) über Andy Maize (Skydiggers) und Sarah Harmer bis zu Kathleen Edwards und Oh Susanna fanden sich dazu als Gäste im Studio ein.

Skyscraper Soul ist nun weitere gut 5 Jahre später Jim Cuddy's reifstes, professionellstes, bestklingendes und vielseitigstes Album geworden. Statt allzu viel Country Rock-Reminiszenzen mit Blick auf die Vergangenheit zu verarbeiten, ist ein deutlicher Hang zu Big City-Themen, zu weich und melodiös geschwungenen Balladen mit Beziehungsstoff und zum blue-eyed Country Soul mit hohem Pop-Faktor zu vermerken. Zur Eröffnung hören wir den Titeltrack, eine leise beginnende, in den folgenden 5 Minuten sich gewaltig aufschaukelnde Ballade mit Breitwandrefrain und opulentem Arrangement - ein wahres Monument von Song! 'Regular Days' ist danach eine von gleich mehreren flotten Uptempo-Nummern. Mit fließender Orgel, einer forschen Bläsersection und einem ganzen Teppich von akustischen und elektrischen Gitarren wird schnell klar: Bei dieser Produktion hat man an gar nichts gespart, hier wird nichts dem Zufall überlassen, Cuddy und seine Co-Produzenten, die aus so vielen Toronto-Sessions erfahrenen Colin Cripps und Chris Shreenan-Dyck, setzen ihre klaren Vorstellungen um, wie dieses Album zu klingen hat. Ein gut einstündiges Album mit 14 kraftvollen, perfekt abgehangenen Tracks, die allesamt aus der Feder von Jim Cuddy stammen und in ihrer Abwechslung überzeugen. Das orchestrale, an die Moody Blues erinnernde 'Everyone Watched The Wedding' trägt melancholische Züge und handelt tatsächlich von der "Jahrhunderthochzeit" der Royals, bevor mit 'Still Want You' das Tempo wieder rasant angezogen wird. Acoustic Guitars und Trompete, Dobro und wunderschöne Gesangssätze mit Melissa McClelland sorgen für romantisches Folk-Flair bei 'Wash Me Down'. Auf 'Watch Yourself Go Down' zieht Cuddy alle Register seiner gesanglichen Fähigkeiten: Das ist groovy blue-eyed Soul Pop in Reinkultur, hat was von Hall & Oates und Steely Dan, befindet sich jedenfalls meilenweit weg von Blue Rodeo! 'Banks Of The 49' und 'What Is Wrong' würden sich bei jeder Eagles-Reunion aufdrängen - hier stehen wohl temperierte Gitarren und edle Harmony Vocals im Vordergrund. Einen rein akustisch besetzten, ungewöhnlich nachdenklichen Schlusspunkt setzt Cuddy mit dem ruhigen, wunderschönen 'With You' - Gitarre, Klavier, Mundharmonika, leichte Tupfer von Bass & Drums, manchmal braucht es nicht mehr!

Die Verwendung seiner traumhaft sicher spielenden Touring Band auch im Studio macht sich bezahlt, so wirken die opulent angereicherten Arrangements nie steril und kalkuliert, sondern geben das Live-im-Studio-Credo der Sessions wieder. Colin Cripps (Junkhouse, Crashvegas, Oh Susanna, Kathleen Edwards) und Cuddy wechseln sich an den Gitarren ab, Steve O'Connor spielt die oft dominierenden Keyboards, Blue Rodeo-Basser Bazil Donovan und Skydiggers/Kathleen Edwards-Drummer Joel Anderson bilden die flexible Rhythm Section und Geigerin Anne Lindsay ist auch für die String Arrangements zuständig. Etliche weitere Gäste für Bläser, Streicher und Tasteninstrumente sorgen für einen durchweg luxuriösen, orchestralen Sound.

Ja, die Kanadier sind "anders", spezieller... - das Thema hatten wir ja schon öfter angesprochen, immer wenn Blue Rose mal wieder dran ist an so einem Interpreten dieser Provenience. Diesmal hat man sich Jim Cuddy geschnappt und ist damit schon mal ganz dicht dran an... Blue Rodeo!


JIM CUDDY? This great Canadian musician may not be a household name yet but friends of hand-made North American music, be it roots pop or country rock, will know his unmistakable voice for sure, probably also his knack for writing high-class, catchy songs. Jim Cuddy has been a member of Canada's finest and most consistent band Blue Rodeo (on a par with Cowboy Junkies) for more than a quarter century. Not only is he a founding member, in tandem with his partner Greg Keelor he is also frontman, lead singer, songwriter and guitarist. From time to time, Blue Rodeo go on a hiatus and the band members pursue other projects. That's when it's time for one of his rare solo albums. Skyscraper Soul is such an event - Jim Cuddy's third solo album and his European debut on Blue Rose Records.

In over 25 years Blue Rodeo have reached iconic status thanks to regular releases and sold-out concerts. At home in Canada their records are multi-platinum hit albums, in the rest of the world - including the USA - they are appreciated by insiders but rank - for some not discernible reason - as one good band among many. This may have to do with where they come from. Folks from up north are somewhat special, sometimes a little stubborn - this gives their music depth, makes it less ephemeral.

This is particularly true of Blue Rodeo who have certainly developed a unique, original style: a music in which country rock, guitar pop, rock'n'roll, acoustic folk, finely orchestrated ballads, urban pop sensibilities and rural, wide-open prairie feeling coalesce - a music for which the term CanAmericana may have been coined. Although a deliberate democratic sound which gives each band member space to stretch is an integral part of the Blue Rodeo cosmos, there is no question that Jim Cuddy and Greg Keelor are the group's creative leaders and frontmen on lead vocals and guitars. All of the band's songs are credited to Keelor/Cuddy but longtime fans will have no trouble identifying whose song it really is. That's not the only reason the two of them are often referred to as the Lennon/McCartney of the CanAmericana scene. Or McGuinn/Hillman! Blue Rodeo were not only deeply influenced by the Beatles but also the Byrds.

While Greg Keelor seems rougher-edged with his usually minor-key contributions and his introverted, contrarian solo output, Jim Cuddy provides the more accessible, roots-pop-oriented side, strong on harmony and melody. In 1998, Cuddy released his solo debut All In Time, eight years later the equally excellent The Light That Guides You Home followed. Both records present a folk-rock/No Depression-type mix of The Band, Jayhawks, Whiskeytown, peppered with Blue Rodeo and Beatles elements. Scores of high-profile colleagues like Jeff Tweedy/Jay Bennett (Wilco), Andy Maize (Skydiggers), Sarah Harmer, Kathleen Edwards and Oh Susanna guested on the album.

Now, five years later, Skyscraper Soul is Jim Cuddy's most mature, most professional, best-sounding and most versatile album to date. Not relying too heavily on country rock and sentimentality, the album is strong on big city themes, big-melody ballads about relationships and blue-eyed country soul with a high pop factor. The album opens with the title track, starting in low gear and gaining momentum along the way to a technicolor chorus with an opulent arrangement - a monument of a song. It's followed by "Regular Days", one of numerous uptempo numbers. With a fluid organ, a powerful horn section and a tapestry of acoustic and electric guitars, it becomes immediately clear: This is a full-blown, all-out production with nothing left to chance. Cuddy and his co-producers - the experienced Toronto session men Colin Cripps and Chris Shreenan-Dyck - had a clear vision of how they wanted this album to sound. This is a full-hour album with 14 fully realized, powerful tracks written by Jim Cuddy. The orchestral "Everyone Watched The Wedding" is reminiscent of the Moody Blues with its melancholic look at the royal wedding - right before "I Want You" steps on the gas. Acoustic guitars, dobro, trumpet and beautiful vocal parts with Melissa McClelland provide a romantic folk flair on "Wash Me Down". On "Watch Yourself Go Down", Cuddy demonstrates the full range of his vocal abilities. This is groovy blue-eyed soul pop at its finest, reminiscent of Hall & Oates or Steely Dan - miles away from Blue Rodeo. "Banks Of The 49" and "What Is Wrong" are candidates for any Eagles reunion album with their well-tempered guitars and classy harmony vocals. The all-acoustic, introspective "With You" provides the album with an unusual, beautiful finale - guitar, piano, harmonica, soft dabs of bass & drums - sometimes you don't need more.

Using his exquisite touring band in the studio paid off. The opulent arrangements never sound sterile or calculated but convey a live-in-the-studio feel. Colin Cripps (Bryan Adams, Junkhouse, Crashvegas, Oh Susanna, Kathleen Edwards) and Cuddy take turns on guitar, Steve O'Connor plays the often indispensable keyboards, Blue Rodeo-bassist Bazil Donovan and Skydiggers/Kathleen Edwards-Drummer Joel Anderson form the versatile rhythm section while violinist Anne Lindsay is responsible for the string arrangements. Numerous other guests on horns, strings and keyboards contribute to a luxurious, orchestral sound.

Sure, Canadians are different, special - we've mentioned this before whenever Blue Rose were close to signing an artist from the maple leaf country. This time we signed Jim Cuddy and that gets us pretty close to one of our favorites ... Blue Rodeo.

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