WHIPSAWS

WHIPSAWS
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The Whipsaws CD € 5.90 Info
The Whipsaws 2-LP (Personal Vinyl Edition) € 24.90 Info
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60 Watt Avenue 2-LP (Personal Vinyl Edition) € 24.90 Info

Obengenannter Künstler ist auch zu hören auf folgenden Alben / Artist also worked on the following records:

EASTON STAGGER PHILLIPS
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Glanzvolles, musikalisch spannendes Comeback einer Band, die vor ein paar Jahren gerade auf dem Sprung zu einer breiteren Wahrnehmung innerhalb der internationalen Guitar Rock/Alt.Americana-Gemeinde ansetzte, bevor sich ihr Leader Evan Phillips wegen einer hartnäckigen Verletzung für 7 Monate völlig aus dem Rennen nehmen musste und nicht mehr live auftreten konnte. Die Rede ist von den WHIPSAWS, jener hoffnungsvollen Combo aus Anchorage, Alaska, einer Region in den USA, in der ja bislang nicht allzuviele Talente dieses Genres aufgefallen sind. Nach Phillips' Genesung machte man sich an die Wiederbelebung dieser tollen Gruppe, es wurden neue Songs entwickelt, die ersten Gigs gebucht und dann im Studio das nun vorliegende Album eingespielt, das wohl nicht zufällig selbstbetitelt bleibt wie sonst nur ein Debüt. Keine Frage: Whipsaws ist total gelungen, knüpft an alte Werte an und bedeutet doch gleichzeitig einen Neustart - Alaska meldet sich eindrucksvoll zurück auf der großen Landkarte des Rock'n Roll!

Anchorage, Alaska?! Man kennt ja diese besonderen Plätze in den Staaten, dort wo all die Helden wie die Drive-By Truckers, Bottle Rockets, Son Volt, Whiskeytown, Blue Mountain & Co. zuhause sind: Athens, St.Louis, Raleigh, Oxford oder ganz profan Austin, Nashville und Memphis heißen jene Städte mit dem gewissen Gitarrentimbre im Namen. Die Whipsaws haben mit all diesen Szenen gar nichts zu tun, sie haben ihren ganz persönlichen Stil praktisch autark entwickelt und sich seit Mitte der letzten Dekade zu einer der herausragendsten Combos in dieser so sehr entfernten Ecke Amerikas gemausert. In 2008 verließen sie erstmalig ihre Heimat, verdingten sich als Backing Band für Singer/Songwriter Tim Easton, tourten mit ihm kreuz und quer durchs Land und machten besonders beim SXSW-Festival in Austin auch in eigener Sache auf sich aufmerksam. Keine Geringere als Lucinda Williams z.B. war nach einem gemeinsamen Gig im Antone's voll des Lobes! Und auch Blue Rose war schwer begeistert, hat sich diese Chance nicht entgehen lassen und die Whipsaws praktisch von der Bühne weg gesignt.

Eine gute Investition: 60 Watt Avenue wurde genau das erhoffte Zweitwerk einer Band, die bereits mit ihrem 2006 nur lokal veröffentlichten Debüt Ten Day Bender in Fachkreisen Aufsehen erregte. Die Kritiker waren sich einig: Das sind die "Bottle Rockets aus Alaska". Oder die "Drive-By Truckers aus Anchorage". Oder besser: fantastische Musik, die wohl eher mit den Staaten südlich der Mason Dixon Line assoziiert wird und sich - auf welchen Trails auch immer - in den hohen Nordnordwesten verirrt hat. Ten Day Bender war der Beweis, dass die dort mit so was umgehen können! 60 Watt Avenue bedeutete Weiterentwicklung auf ein höheres Song- und Soundniveau unter Beibehaltung aller musikalischen und gitarrenrock-ästhetischen Werte!

Und dann die erwähnte Zwangspause - Bandchef, Songschreiber, Leadsänger und Gitarrist Evan Phillips hatte mit seiner Gesundung zu kämpfen, die übrigen Mitglieder widmeten sich vorübergehend anderen Jobs und Projekten: Leadgitarrist, Pedal Steeler, Banjo- und Mandolinenpicker Aaron Benolkin, Bassist Ivan Molesky und Drummer James Dommek Jr. Aber getreu dem Motto "was einen nicht umbringt, das macht einen nur härter" fanden die Vier in konzentrierter gemeinsamer Weise wieder aus der Talsohle hinaus und buchten das berühmte Water Music Recording Studio in Hoboken, New Jersey für die Aufnahmen zu Whipsaws. Hier hatten sich schon u.a. Yo La Tengo, Amy Rigby, Gov't Mule, die dB's, Steve Wynn, die Feelies oder Willie Nile verewigt.

Bereits der Opener 'Took My Tears' besitzt viel von dem, was in der kommenden Dreiviertelstunde häufiger vorkommen wird: laute, elektrische Rockmusik mit deutlicher 70er Jahre-Note, eine humorlos geradeaus arbeitende Rhythm Section, ein entfesselter Evan Phillips, der zwar noch nicht wieder seinen Verstärker tragen kann, dafür aber kernig singt und zusammen mit Leadgitarrist Aaron Benolkin für die oft deftigen Gitarrenriffs sorgt. 'Wait It Out' startet zunächst Pedal Steel-untermalt im Alt.Country Rock-Modus von Whiskeytown & Co., entwickelt sich dann dank etlicher überspielter Gitarrenspuren zu einem wahren Southern Rock-Jam mit unerhörter Tempoverschärfung im Finish! Bei 'Cave In' gibt Phillips den Shouter á la Chris Robinson, um dann für das akustische, nur von Steel, Bass und Gitarre begleitete 'Coralee' in nachdenkliche Songwriter/Troubadour-Stimmung umzuschwenken. 'Tried Not True' ist eine spannend aufgebaute, mit intelligenten Wendungen durchzogene Hard'n Heavy-Nummer der Extraklasse. Auf dem Herzstück in der Mitte des Albums, dem 6:36-langen 'Shutdown Checklist', dürfen sich die Instrumentalisten fast nach Prog Rock-Art austoben dazu gibt's Unterstützung einer zweiköpfigen Bläsersection. Nach einem kurzen Synth/Steel/Noise-Einschub rocken auf 'Reno' wieder die Gitarren, müssen sich die Aufmerksamkeit aber mit fast Pink Floyd-nahen Keyboard-Schüben teilen. 'What Are The Chances' ist eine wunderschöne No Depression-Hymne auf höchstem Whiskeytown-Niveau mit herrlich weinender Pedal Steel, Harmony Vocals von Bonnie Whitmore und einem überraschenden Break nach über 4 Minuten, bei dem die Gitarren mit der Orgel fast wegzufliegen scheinen. Ja, wir sind offenkundig kurz vor Schluss bei der Americana-Sektion dieses Albums angekommen: Auch 'Lay Down By Me' ist eine Ballade und bietet sehr melodischen, mit Mandoline, Banjo, akustischen Gitarren und Chorgesang inszenierten Folk.

Und dann noch ein letztes Highlight zum Finale! 'Daylight' kommt in seiner ganzen 6:30-minütigen Pracht, mit diesem flächigen Drumming, den verperlten elektrischen Gitarren, den clever eingebauten Keyboards-Anordnungen, den gediegenen Twin Guitars-Soli und nicht zuletzt diesem Jeff Tweedy-ähnlichen Gesang von Evan Phillips wie eine kapitale Wilco-Großtat daher - 'Impossible Germany' oder 'One By One' lassen grüßen. 'Daylight' ist vielleicht der stärkste Beleg dafür, wie fest die Whipsaws zu einem Team verschweißt sind und wie selbstverständlich in ihrer Musik ein Rädchen ins andere greift!


The glorious, musically satisfying comeback of a band that was just about to break through to a wider audience a few years ago when their lead singer Evan Phillips was taken out of commission and live performance for seven months because of an obstinate injury. We're talking about THE WHIPSAWS, a hopeful combo from Anchorage, Alaska, a region that has so far not been known for its plethora of talent in the Americana/alt.country genre. After Phillips's recovery, the band got back together, played some shows, wrote new songs and recorded this album. It's not an accident that the album is self-titled like debuts usually are. This is a second coming. No question: The Whipsaws is a success, it ties in with their earlier output and yet it's a reboot - Alaska is back to claim its place on the map of rock'n'roll!

Anchorage, Alaska? We've all heard of these special places in the States that heroes like the Drive-By Truckers, Bottle Rockets, Son Volt, Whiskeytown, Blue Mountain & co. come from: Athens, St.Louis, Raleigh, Oxford or simply Austin, Nashville and Memphis are towns with a certain guitar flavor to them. The Whipsaws have no ties to these places, they have developed their sound independently and grown into an original, distinguished band in their remote corner of the USA. 2008 was the first time they left their home, working as backing band for Tim Easton, touring all across the USA and leaving quite a mark, particularly at SXSW in Austin. None other than Lucinda Williams was full of praise for the band after they shared a gig at Antone's. Blue Rose Records were equally blown away and took the opportunity to sign the Whipsaws practically right from the stage.

A prudent investment: 60 Watt Avenue was exactly the second album people had been hoping for from a band that had made a lot of insider's ears perk up with their locally released debut Ten Day Bender. Critics called them the "Bottle Rockets of Alaska" or "the Drive-By Truckers of Anchorage". Or rather: Fantastic music that sounds like it came from south of the Mason-Dixon line but must have found their way up north. Ten Day Bender was proof they were able to deliver that kind of music, 60 Watt Avenue demonstrated a development to a higher level of songwriting and production quality while maintaining their edge and guitar-driven aesthetic.

Then came the above-mentioned compulsory break - while band leader, songwriter, lead singer & guitarist Evan Phillips had to work on his recovery, the other band members - lead guitarist, pedal steeler, banjo and mandolin picker Aaron Benolkin, bassist Ivan Molesky and drummer James Dommek jr. - worked on other projects. But according to the motto "what doesn't kill you will only make you stronger" the four of them found a way out of the hole and booked the Water Music Recording Studio in Hoboken, New Jersey to record Whipsaws there. Yo La Tengo, Amy Rigby, Gov't Mule, die dB's, Steve Wynn, the Feelies and Willie Nile are some of the other artists who have worked there previously.

The opener "Took My Tears" foreshadows much of what is to come in the 45 minutes: loud, electric rock music with a prominent 70ies flair, a straight and hard-working rhythm section and an unleashed Evan Phillips who may not be able to carry his own amp again but who sings with a passion and provides - together with lead guitarist Aaron Benolkin - a wealth of powerful guitar riffs. "Wait It Out" starts with pedal steel in alt.country mode a la Whiskeytown & co. before numerous guitar overdubs turn it into a Southern rock jam with a full-on finish. On "Cave In" Phillips follows in Chris Robinson's footsteps as a rock shouter before he creates a poignant singer-songwriter/troubadour atmosphere on "Coralee" with its acoustic guitar/pedal steel/bass & drums arrangement. "Tried Not True" is an exquisite hard'n'heavy number with a nice buildup and intelligent twists. The album's center piece is the 6:36 minute-long "Shutdown Checklist" which allows the instrumentalists to let loose in almost a prog-rock manner, supported by a two-piece horn section. After a short synth/steel/noise interlude the guitars are back to the fore on "Reno" vying for attention with Pink Floyd-like keyboard sounds. "What Are The Chances" is a beautiful No Depression-hymn on the highest Whiskeytown level with a moaning pedal steel, Bonnie Whitmore's harmony vocals and a surprise break after four minutes when the guitars and organ seem to fly away. Yes, obviously we have arrived at the album's home stretch Americana section: "Lay Down By Me" is another ballad with a very melodic folk flavor thanks to mandolin, banjo, acoustic guitars and harmony vocals.

And at the very end is another highlight. "Daylight" in all its 6.30-minute glory, with measured drumming, ringing electric guitars, smart keyboards, twin guitar solos and Evan Phillips' Jeff-Tweedy-like vocals - the song sounds like Wilco in their finest moments, reminiscent of "Impossible Germany" or "One By One". Perhaps "Daylight" is the best example of what a close-knit unit the Whipsaws have become.