TURNPIKE TROUBADOURS

TURNPIKE TROUBADOURS

Red Dirt rocks! In dem schier unerschöpflichen Reservoir von Country/Americana/Roots-whatever Bands aus Oklahoma mit oder ohne spezielle Texas-Verknüpfung gibt es tonnenweise gute bis mittelmäßige, die es mehr oder weniger lohnt sich anzuhören. Aber darunter befinden sich eben auch überdurchschnittlich viele sehr gute Gruppen, dies es unbedingt zu entdecken gilt! Seit ein paar Jahren gehören die TURNPIKE TROUBADOURS zu jener zweiten Kategorie. Ihre Qualität ist so stark, dass man längst überregional auf sie aufmerksam wurde und sie mittlerweile von Erfolg zu Erfolg eilen und große Clubs füllen. Ja, diese Band ist wirklich eine Hausnummer geworden inmitten der großen Americana-Gemeinde! Goodbye Normal Street ist das dritte Album der Turnpike Troubadours, es ist ihr Debüt in Deutschland auf dem Blue Rose Label.

Mitte des letzten Jahrzehnts fanden im Norden des Staates Oklahoma ein paar talentierte Musiker zusammen, die ihre Liebe zur ganz normalen Country Music vergangener Zeiten und zum Country Rock der 70er Jahre verband. Songwriter, Leadsänger, Gitarrist und Cheftroubadour Evan Felker, Geiger Kyle Nix und Bassist/Sänger/Songschreiber R.C. Edwards waren dabei, auch der damals noch völlig unbekannte Singer/Songwriter/Keyboarder John Fullbright. Mit Gitarrist Casey Sliger und Drummer Chad Masters gründeten sie die Turnpike Troubadours und wurden schnell zu einem Teil der blühenden, sogenannten Red Dirt Scene von Stillwater, einer Kleinstadt mit Kultstatus, die zwischen Tulsa und Oklahoma City liegt. Zunächst arbeiteten sie sich wie alle Neulinge in den einschlägigen Bars an einem weitgehend desinteressierten Biertrinkerpublikum ab. Es sollte aber gar nicht lange dauern, bis sie größere Aufmerksamkeit erfuhren. Ihre Songs waren einfach zu gut, als dass man sie ignorieren konnte. Auch die Country Standards wollte man alsbald von ihnen nicht mehr hören, sie hatten ja soviel besseres zu bieten. Ein erstes Album (Bossier City) kam in 2007 heraus und erntete bereits einige begeisterte Kritiken. Im Laufe der nächsten Monate wurden Sliger und Masters durch den neuen Leadgitarristen Ryan Engleman und Drummer Giovanni Carnuccio III ersetzt, Fullbright konzentrierte sich auf seine geradezu explodierende Solokarriere, blieb den Troubadours aber als Ergänzungsmitglied erhalten, wann immer er dafür noch Zeit hatte.

Mit dem Zweitwerk Diamonds & Gasoline gelang dem nun straffer organisierten Quintett 2010 ein echtes Kracheralbum des Genres. Fans und Kritiker rissen sich fortan um diese Band und übertrafen sich in Superlativen, wenn es darum ging, diesen unverfälschten, jederzeit mitreißenden Country Rock klassischer Machart zu bejubeln. Produziert wurde Diamonds & Gasoline vom sogenannten Paten der Red Dirt-Bewegung, Mike McClure. Der hatte bereits Cross Canadian Ragweed und Jason Boland & The Stragglers zu großem Ruhm verholfen und produzierte nun die Turnpike Troubadours zusammen mit dem nicht minder bekannten Joe Hardy aus Memphis/Nashville, der schon mit Green On Red, den Georgia Satellites, ZZ Top, Steve Earle, Chris Knight und Tommy Keene gearbeitet hatte. Die 12 Songs galoppieren zumeist im schnellen bis mittelschnellen Tempo und immer definitiv country-rockig in formvollendeter Acoustic/Electric-Manier heran, die Lead Vocals von Evan Felker kommen kräftig und engagiert rüber, Ryan Engleman's Leadgitarre schiebt sich immer im genau richtigen Moment nach vorne, die Rhythm Section und der Fiddler komplettieren den Bandsound.

Und nun liegt endlich das langersehnte dritte Album Goodbye Normal Street in all seiner Pracht vor! Was neben den klasse Songs, den kernigen Vocals und der gewohnt exzellenten instrumentellen Umsetzung am meisten beeindruckt, ist die Lockerheit, diese unverkrampfte, so gar nicht auf Zielmärkte ausgelegte Spielweise, mit der das Quintett quasi mit links klassischen Country Rock mit Bluegrass Flair, Southern Rock mit Celtic Folk und Texas Troubadour mit Alt.Outlaw Country verknüpft und zu seinem ganz eigenen Sound irgendwo zwischen Waylon Jennings und Reckless Kelly oder der Nitty Gritty Dirt Band und Cross Canadian Ragweed macht! Apropos Sound: Sie fühlen sich jetzt so gereift und erfahren, dass sie diesmal auf die tatkräftige Mithilfe Mike McClures verzichtet und mit Recording Engineer Wes Sharon in Eigenregie produziert haben! Die Besetzung mit Bandboss Evan Felker (Guitar, Harmonica, Banjo) und Electric Lead/Pedal Steel-Gitarrist Ryan Engleman ist identisch geblieben, Kyle Nix kommt an Fiddle und Mandoline eine deutlichere Positionierung zu als früher, die Rhythm Section um R.C. Edwards und Giovanni Carnuccio III klingt jetzt etwas lauter und druckvoller. Als häufiger Gast am Akkordion wirkt wieder der praktisch parallel mit seinem eigenen tollen Album From The Ground Up aufwartende John Fullbright mit, Jamie Wilson von den Trishas singt auf der coolen Gram & Emmylou-style Honky Tonk-Ballade 'Call A Spade A Spade' die weibliche Duettstimme!

Evan Felker hat bis auf 'Morgan Street', der einzigen Nummer von Bassist R.C. Edwards, in der es autobiografisch um die Anfänge der Band in schmierigen Bars und in der Gesellschaft von zwielichtigen, aber liebenswerten Typen am Rand der Gesellschaft geht, alle anderen Songs geschrieben, zum Teil mit Edwards als Co-Writer. Am Anfang beklagt er im Bluegrass-rockigen 'Gin, Smoke & Lies' ironisch seine verlorene Liebe. In 'Southeastern Son' und 'Blue Star' besingt Felker eindrucksvoll das Thema "US-Soldaten im Einsatz in Übersee" - da wird aber nicht unreflektiert und patriotisch gehuldigt wie so gerne derzeit in der Country Charts, sondern aus seiner ganz privaten Sicht sehr emotional und menschlich das seelische Leid beschrieben, einmal aus der Sicht des einsamen Soldaten, der einfach nur hofft, dass man zuhause noch auf ihn wartet; im zweiten Song wünscht der Erzähler, sein Zwillingsbruder möge die Waffen niederlegen und heil nach Hause kommen. 'Gone, Gone, Gone' ist eine der wenigen wirklich langsamen, traurig klingenden Balladen auf diesem Album. Eine andere heißt 'Empty As A Drum' und ist hier die einzige Acoustic Guitar/Vocal-Solo Performance Felker's im totalen Townes Van Zandt-Stil. Zumeist geht es schnell, von Fiddle und Twang Guitar heftig angetrieben zu. So z.B. bei 'Before The Devil Knows We're Dead', das an einen ähnlichen lautenden Titel von Charlie Daniels erinnert, als der noch reellen Southern Rock gespielt hat. Oder auf dem abschließenden 'Quit While I'm Ahead', das so herrlich im fetzigen Cajun-Arrangement vor sich hinrollt und frühen Rodney Crowell-Nummern ähnelt.

Turnpike Troubadours sind während ihrer musikalischen Reise ins amerikanische Heartland, nach Texas und in die Sümpfe Louisiana's in kürzester Zeit an Ziele gelangt, die sie sich selber kaum haben vorstellen können. Man darf gespannt sein, wohin der Weg diese kapitale Band noch führen wird!


Times are tough for just about everyone these days, especially for those who live in what is often referred to as the "flyover states," in the heart of the country. People have become tougher, their skins have grown thicker and they have become much harder to win over. That especially holds true when it comes to the music that rolls into the bars, music halls and honky tonks of their towns. The overwhelming success that TURNPIKE TROUBADOURS have had on the so-called Red Dirt circuit of those states says a lot about the quintet's authenticity and fire, particularly because their music is not exactly what that scene in known for producing.
"When we first started playing, people couldn't have cared less that we were there," recalls Troubadours' frontman Evan Felker. "They were there to drink beer and raise hell and they didn't really care what music was playing while they did it. But as we went on and as we got better, they started to listen. I mean, they were still drinkin' plenty of beer, but before too long, they were actually coming to hear us and asking us to play our songs, and not just covers of traditional favorites and all the other stuff we'd been doing."

Not only did the crowds get more attentive, they kept getting bigger. As time went on, and the Troubadours broadened their touring circle, they moved on from tiny clubs in the more obscure corners of the Sooner state and started hitting - and selling out - prestigious venues like Cain's Ballroom in Tulsa, the Firehouse Saloon in Houston and Antone's in Austin.
Over the course of the past five years, Felker, bassist RC Edwards, fiddle player Kyle Nix, guitarist Ryan Engleman and drummer Gabe Pearson, have honed the rowdy, quick-witted sound that's brought folks of all stripes together in front of those stages. And on Goodbye Normal Street, the Troubadours' third full-length album, the band takes that blend of nice and easy and nice and rough and distills it into a 43-minute ride that takes in the scenery of America's Heartland and the inner workings of a group of 20-somethings on a quest for something better.
"This time around, we tried to balance things out," says bassist Edwards, who shelved a steady gig as a pharmacist in late 2011 to concentrate on the band. "We wanted to combine the idea of getting something perfect, the way you can only do in a proper studio, with the energy of playing in front of a thousand people jumping around and screaming."
They attack that goal with gusto on Goodbye Normal Street, putting the pedal to the metal on "Before the Devil Knows We're Dead" (a breakneck romp about regular folks who lived hard and died in a blaze of glory) and dialing back to a sensual closing-time waltz on "Call a Spade a Spade" (a cheater's lament on which Felker duets with Jamie Wilson of the Trishas).
Felker, who writes the majority of the lyrics - with an assist from Edwards, who penned the semi-autobiographical "Morgan Street," about the band's hardscrabble early days - has a knack for capturing slices of life in vivid detail. He can hit hard emotionally with a song like "Blue Star" (a bittersweet tale of a veteran returning from war) or tweak the listener with something like "Gin, Smoke and Lies" (on which he contrasts his own romantic plight with that of a rooster who manages to satisfy 20 partners, and not just one).
"All the songs are about people we know," he says. "And yeah, some of them are probably about me to some degree - the guy who ticks off the wrong girl from Arkansas, and the guy who doesn't always like what he sees himself becoming. Mostly though, I think they're just honest."

The band - which took its name from the Indian Nation Turnpike that connected so many of the smaller towns where they cut their teeth - gradually evolved from offering acoustic explorations of tunes by Townes Van Zandt and Jerry Jeff Walker to kicking out three or four sets a night of full-throttle roadhouse country - tinged with the punk rock attitude that was in the air during the members' teen years.
"We all pretty much grew up with hardcore country music around us," says Felker. "I mean, sure, there was rock stuff in there, but the real old-school stuff, plus exposure to folks like Jason Boland and Cross Canadian Ragweed, really affected what we were playing. We're really a product of both our influences and our environment. It wasn't something that we sat in a room and dreamed up in one day."
That's clear. The raw-boned energy of their 2007 debut, Bossier City, cut on a shoestring budget and aimed squarely at getting boots on the dance floor earned raves from many corners, including No Depression, which dubbed it "a testament to the small towns in which they were raised … with stories of longing, humor, tragedy and general life in rural America." The quintet broadened its horizons on its sophomore outing, Diamonds and Gasoline, which spawned the Americana favorite "Every Girl" and brought them to the attention of folks throughout the country, and overseas.

And with Goodbye Normal Street - the name a reference to another longtime band residence as well as a state of mind that they left behind long ago - they set their sights on conquering even more expansive territories. With songs like the blue-collar anthem "Southeastern Son" and the universally understandable breakup plaint "Wrecked," they look pretty likely to conquer them.
"This music, at its best, can put into words what we have been thinking for our entire lives," says Felker, "and even at its worst, it gets people drinking beer and makes people happy. Either of those is fine with me."

One Response to “Artists”

  • Helmut Popel-Gärtner sagt:

    Blue Rose Nuggets Vol. 80
    Blue Rose Nuggets Vol. 82
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    Blue Rose Nuggets Vol. 84

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