SKYDIGGERS

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Northern Shore CD € 5.90 Info

Das war längst überfällig! Mit den SKYDIGGERS aus Toronto gelangt endlich eine der wichtigsten und besten CanAmericana/Roots Rock Bands der vergangenen Dekaden auf das Blue Rose Label. Und das gleich doppelt: Zunächst veröffentlicht man eine vorzüglich aufbereitete Werkschau mit den stärksten Nummern des Quintetts, The Truth About Us - A Twenty Year Retrospective. Parallel dazu erscheint brandaktuell Northern Shore, das erste Studioalbum mit ausschließlich neuen Stücken seit vier Jahren. Diese Zweifach-Veröffentlichung macht ausgesprochen Sinn, denn - mal ehrlich - die Skydiggers mögen in der gewohnt kultivierten Wahrnehmung der kanadischen Musikfans gleich hinter Blue Rodeo und den Cowboy Junkies rangieren, hierzulande sind sie noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Nur eingefleischten Prarie & Country Rock-Verrückten läuft beim Namen Skydiggers das Wasser im Mund zusammen! Mit der Kompilation wird also musikalisch hochwertige Schatzhebung betrieben, mit dem neuen Studioalbum kommt man im augenblicklichen Zeitgeist an und schaut hoffentlich in eine breite Zukunft. The Skydiggers - die Weite des Himmels ist endlos!

Zum Ausklang der 80er Jahre haben Andy Maize (Lead Vocals), Josh Finlayson (Guitars, Lead Vocals), Peter Cash (Guitars, Lead Vocals), Ron Macey (Bass) und Drummer Wayne Stokes genug vom lauten Rock'n Roll und Punk. Sie finden unter dem klaren Vorsatz zusammen, von nun an akustisch/elektrische Musik mit großen Melodien, sehr viel Harmonieverständnis und grundgutem Songmaterial zu spielen. Zuvor hieß das ganz simpel Country oder Folk Rock, im Fall von kanadischen Bands auch gerne Prairie Rock, später Alt.Country, No Depression... - ein Begriff wie CanAmericana bringt diese Gemengelage letztlich auf den Punkt. Die Skydiggers werden geboren und 1990 erscheint ihr selbstbetiteltes Debüt mit Songs wie 'I Will Give You Everything', 'We Don't Talk Much Anymore', 'Leslie'. Album #2, Restless (1992), gilt bis heute als ihr erfolgreichstes, es enthält nicht nur den Kulttitel 'A Penny More', sondern auch die Highlights 'Slow Burning Fire' und 'Feel You Closer'. Für die dritte Platte Just Over This Mountain (1993) gibt es erstmalig einen Wechsel auf dem Drummer-Stuhl (Joel Anderson für Wayne Stokes) und die vielleicht perfekteste Verschmelzung der Gleichung "Beatles + Byrds = R.E.M." mit den damals angesagten Jayhawks, Gear Daddies, Jr.Gone Wild, Pernice Brothers etc. Der Titeltrack und 'Pull Me Down' stammen daher. In 1995 folgt das modernere Road Radio-Album mit 'What Do You See', 'You've Got A Lot Of Nerve' und dem eingängigen 'Radio Waves' - Songs, die ein letztes Mal für den markanten Dreistimmensatz von Maize, Finlayson und Peter Cash stehen, denn letzterer verlässt die Band, um sich fortan mit seinem Bruder Andrew als Cash Brothers zu beweisen. Ach ja, Peter von Althen heißt jetzt der neue Drummer.
Auf Desmond's Hip City (97), dem insgesamt härtesten Skydiggers-Werk, müssen gleich beide Peter ersetzt werden, es kommen Paul MacLeod (Guitars, Keyboards) und Schlagzeuger Gavin Brown. Maize und Finlayson rücken als Team enger zusammen, haben alle Titel geschrieben, auch die Album-Favoriten 'Dear Henry' (schönes Duett mit Sarah Harmer) und 'November In Ontario', 'The Truth About Us' ist eine Komposition von Musikerkollege Scott Garbe. Zwar erscheinen in 1999 Still Restless (die zuvor unveröffentlichte Alternativausgabe des Erstlings) und ein Jahr später die formidable Live-CD There And Back, aber Bittersweet Harmony wird im Frühjahr 2003 das erste richtig neue Studioalbum nach 5½ Jahren. Mit Joel Anderson ist ein alter Bekannter wieder an Bord. In 2006 erleben wir eine Acoustic Session-Verschmelzung der Skydiggers mit den Cash Brothers auf einer gleichnamigen CD und dann in 2008 das vorerst letzte Studioalbum City Of Sirens in der neuen, erstaunlicherweise bis auf den heutigen Tag gültigen Besetzung: Maize, Finlayson, Macey, Tastenmann Michael Johnston und Drummer Noel Webb.

The Truth About Us - A Twenty Year Retrospective ist ein nicht chronologischer Sampler mit insgesamt 22 ausgewachsenen Tracks und einer Gesamtspielzeit von 76 Minuten. Enthalten sind u.a. alle zuvor erwähnten Songs. Drei unveröffentlichte Outtakes und drei 2009er Neueinspielungen alter Nummern sind das Salz in der Suppe für Spezialisten, die meinen, sie hätten schon alles. Zum Set gehört auch eine DVD mit 6 Studiorecordings (The Dakota Sessions) in der aktuellen Besetzung: 'A Penny More', 'This Old Town', 'Alice Graham', Hello Beautiful Life', 'Dark Hollow', 'Everybody Wants'. Ausführliche Liner Notes mit allen Credits, die komplette Skydiggers-Historie, Track-by-Track-Kommentare der Band sowie smarte Lobpreisungen von Sarah Harmer über Jim Cuddy von Blue Rodeo bis Gord Downie von Tragically Hip vervollständigen das rundum vorzügliche Gesamtbild dieser Kompilation.

Und die SKYDIGGERS-Geschichte geht weiter: Northern Shore heißt das brandneue Album in der Besetzung Andy Maize (Lead Vocals), Josh Finlayson (Guitars, Piano, Lead Vocals), Michael Johnston (Keyboards), Ron Macey (Bass) und Noel Webb (Drums, Piano, Organ). Es handelt sich um 15 abwechslungsreiche, ambitionierte bis aufregende Titel, die in drei separaten Etappen unter verschiedenen Studio/Aufnahmebedingungen entstanden sind. Die Skydiggers betreten dabei zum Teil klangliches Neuland mit dem Einbau von Samples und programmierten Beats, finden aber immer wieder zurück zum analog-melodischen Folk Pop/Country Rock, der ihnen schon vor Jahren den Titel als "Jayhawks der CanAmericana-Szene" eingebracht hat. Ein Teil des Materials wurde in Josh Finlayson's Heimstudio zunächst ganz spartanisch als Guitar/Vocal/Drum Machine Basic Tracks aufgenommen und dann nach und nach mit den anderen Instrumenten, mit Samples und Loops angereichert. Eine zweite Portion wurde im Woodshed Studio von Blue Rodeo aus dem Stand live und ohne doppelten Boden aufgenommen und der dritte Teil war dann eher klassisches Recording. Die Arrangements hat man exakt konzipiert und danach im Studio von Tragically Hip (The Bathouse) sorgfältig eingespielt und zusammengefügt. Am Ende war es eine große Leistung von Soundmann/Produzent Saam Hashemi, im Kern so verschiedene Recordings zu einem flüssig klingenden Album zu verarbeiten.

Die stilistische Vielfalt auf Northern Shore reicht von der melodramatischen Klavierballade 'Liar, Liar' zum aufgefrischten Neo Honky Tonk auf Mickey Newbury's Klassiker 'Why You Been Gone So Long', vom sperrigen, mit heftigen Beats durchzogenen 'Fire Engine (Red Explosion)' zum stimmungsvollen 'Waves' mit Akkordion von Cowboy Junkies-Sideman Jaro Czerwinec, vom luftigen, "maschinellen" Lindsey Buckingham-Pop von 'The Herd', in dem Maize die ganze Klasse seiner Stimme ausspielt, zu 'Deep Water (31 Mile Lake)', einer Co-Komposition von Finlayson mit Tom Wilson von Blackie & The Rodeo Kings und exklusiv gesungen von Jessy Bell Smith. 'Barely Made It Through' lässt die Herzen alter Skydiggers-Fans höher hüpfen: Kein Geringerer als Ex-Mitgründer Peter Cash kehrt für diese Cash Brothers-Nummer noch ein Mal zurück in die vorderste Reihe als Gitarrist und Leadsänger! Überhaupt mischen die Cash's indirekt wieder kräftig mit, Andy Maize singt Peter's Ballade 'Without Me' und Andrew, der ja mittlerweile als Abgeordneter im kanadischen Parlament sitzt, bringt hier zwei weitere seiner Songs unter. Besonders 'You've Been Gone So Long' klingt in diesem locker countryfizierten, jingly-jangly Arrangement wie eine Adaption aus dem Byrds-Katalog. Auf 'You'll Come Around' kommen sie ihren Freunden von Blue Rodeo sehr nahe und der Titelsong 'Northern Shore' ist schlichtweg grandioses, unter die Haut gehendes Andy Maize-Vokaldrama, wird nur vom Klavier begleitet.

Das Fazit kann nur begeistert ausfallen. Eine Band, die schon so lange im Geschäft ist und Labelpleiten, zu häufige Personalwechsel, einen Abgang auf höchster Ebene und vielleicht die ein oder andere falsche Entscheidung zu verarbeiten hatte, meldet sich eindrucksvoll zurück. Northern Shore ist ein kraftvolles, zeitgemäßes Werk und eine große Bereicherug für die CanAmericana-Gemeinde geworden!


Back in the mid-80s, Toronto was re-emerging as a musical hotbed with a special focus on a rebirth of the singer-songwriter tradition. The Cowboy Junkies and Blue Rodeo were in their formative stages. Andrew Cash, who had recently signed a solo deal with Island Records, had begun hosting a weekly songwriting showcase at the Spadina Hotel called Acoustic Meltdown, which obtained a cult following among music-lovers in the city.

Future Skydiggers Josh Finlayson and Andy Maize were frequent guests at those shows. They had been friends since childhood, and separately had formed their own bands. Maize fronted Direktive 17, which toured around Southern Ontario. Finlayson played bass in The Ramblers, which had relocated for about two years to the UK chasing the tail end of punk’s glory years. By 1984, both bands had run their course, and the two teamed up to play and record as an acoustic duo under the name West Montrose.

The simplicity and portability of the acoustic format was a reaction to their experience with the noise and circumstance of playing in rock bands. As they continued to write and record and occasionally appear on the Spadina stage, gradually the elements of a new group started to fall into place.

Drummer Wayne Stokes was an aspiring home studio purveyor who had done some recording with Finlayson and Maize. Bassist Ron Macey was a professional screen printer who was looking to a new career in music; he met the band through a want ad in a newspaper. Peter Cash, brother of the Spadina Hotel’s headliner, worked the door at the venue and an impressive tape of his formative songwriting efforts was slipped to the rest of the band.

When Andrew Cash decided to end his residency at the Spadina, he turned it over to the new musical collective, which had taken the enigmatic name Skydiggers. Some listeners initially likened the band to REM, but Finlayson says the roots of their sound and worldview ran deeper.
“We were always compared to REM, but really it was more a case of having the same influences – the Beatles and the Byrds. The common thing would be the layering of voices. Also, Joe Klein’s book about Woody Guthrie (Woody Guthrie: A Life) was passed around between us, and it made an impression. Woody’s life and work embodied a lot of the ethos and the ethics of punk music. He was very direct and independent and stood for something about the individual and championing people and causes.”
Adds bassist Macey: “For the longest time it was like a skiffle band, very rhythmic and percussive. Essentially, it is two acoustic guitars, four voices and drum and bass. It had to go somewhere from there.”

The sound developed at an impressive rate, thanks to the discipline and work ethic the weekly showcase placed on the band. New songs, new covers and a sound that grew to include electric instruments developed in the hothouse atmosphere of rehearsals, songwriting sessions and live performances. The buzz about those early shows reached Mark Smith and Derrick Ross of Enigma Records and they snagged the band for their eponymous debut in 1990.

Although the initial single was the rollicking “Monday Morning,” it was the gentle ballad “I Will Give You Everything” which made the group’s reputation and garnered substantial play on both radio and music television. Their sophomore effort, Restless, saw them recording at Daniel Lanois’ fabled Grant Avenue studio in Hamilton, Ontario, and the sophistication of their recordings grew exponentially. In 1993, they issued the languid, atmospheric Just Over This Mountain, and in 1997 they jumped to Warner for Road Radio, which was recorded mostly live-off-the-floor at the Lighthouse Theatre in Port Dover, Ontario.

Stokes departed after their sophomore release, Restless. Peter Cash left in 1996 after Road Radio. (Cash went on to record and tour with brother Andrew, and in 2005, both would collaborate again with the group on the disc Skydiggers/Cash Brothers). The departures and drafting of new players have fueled the evolution of the group’s sound. Desmond’s Hip City saw them toying with sampling and looping and dueting with Sarah Harmer, Bittersweet Harmony swung back towards the guitar-based pop influences of their early days and more recently City of Sirens was fortified with the presence of keyboardist Michael Johnston, who has injected novel textures into the Skydiggers’ sound.
“We’ve played with other people, other people have come into this circle and played with us. They’ve put their stamp on our music. But on the other hand, I think we recognize there is something consistent and something we all value that is threaded through all our records,” says Finlayson.
“If you manage to spend this much time making music together, you will find there’s some chemistry, some magic that makes it work,” adds Maize. “We don’t question where it comes from, but this record is our chance to celebrate the fact that we’ve been part of something pretty special.”

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