UNCLE LUCIUS

UNCLE LUCIUS

Unter den vielen beachtenswerten und hoffnungsvollen jungen Bands, die Jahr für Jahr in der texanischen Musikmetropole Austin an den Start gehen, gibt es immer mal wieder die ein oder andere herausragende, eine die einfach noch mehr zu bieten hat als der Rest, eine mit überregionalen Ambitionen oder für höhere Aufgaben. Ohne Frage gehören die 5 Typen von UNCLE LUCIUS zu dieser elitären Kategorie! Mit ihrem ganz individuellen southwest-style Rock'n Roll verbinden sie beste Retro/Classic Rock-Tugenden mit all den Erfordernissen moderner Americanamania im aktuellen Zeitgeist und beweisen eindrucksvoll, wie man die Liveerfahrung von 150-plus Konzerten pro Jahr ohne Energieeinbuße ins Studio übertragen kann. And You Are Me ist ihr drittes Album - deutlich ihr reifstes und konturenhaftestes bis dato. Und das erste, das die Band anlässlich dieses Blue Rose-Releases nun auch in Europa einer größeren Zielgruppe zuführt: Musikliebhabern, die den frischen, dynamischen Sound und die leidenschaftliche Spielweise des Quintetts unbedingt lieben werden!

Uncle Lucius gelangten Mitte der Nullerdekade auf die texanische Rock-Landkarte. Sie firmierten zunächst lose unter der Bezeichnung Kevin Galloway Trio (Singer/Songwriter Galloway als zentrale Figur, dazu Leadgitarrist Mike Carpenter und Bassist Hal Vorpahl), bevor man zusammen mit Drummer Jason Armstrong und motiviert durch den Namen des Großvaters eines Freundes zu Uncle Lucius wurde. Im Herbst 2006 erschien das Debütalbum Something They Ain't auf privater Ebene und begleitet von unzähligen Auftritten im größeren Austin-Raum. Es sollte nicht lange dauern, bis sich der Vierer den Headliner-Status in solch einschlägig bekannten Top-Clubs wie dem Saxon Pub, Threadgill's und sogar im legendären Antone's erspielte. Rechtzeitig zu den von der lokalen Szeneikone Stephen Doster produzierten Aufnahmen zur zweiten Scheibe Pick Your Head Up im Frühjahr 2009 stieß der neue Drummer Josh Greco hinzu. Mit seinem enorm kraftvollen, dabei sehr variablen Stil trug er entscheidend dazu bei, dass sich die Band vom melodischen Southern/Country Rock-Sound der Frühphase löste und immer mehr zum groovy, funky, soul-eingefärbten Southern Rock'n Roll mit Roots-, Blues- und Gospeleinflüssen tendierte. Die Arrangements wurden dazu deutlich elektrischer, auch verwendete man zusatzlich auf einigen Songs Bläser, Orgel und Frauenchor. In den folgenden Jahren hieß es für Uncle Lucius: noch mehr Shows, eine wesentlich breitere Fanbasis bis in den Mittelwesten und an die Ostküste, unter großer Beobachtung der Medien und Labels, z.B. beim berühmten alljährlichen SXSW-Festival.

Musikalisch legte die - jetzt mit dem hinzugewonnenen neuen Tastenmann, Sänger und Komponisten Jon Grossman aus Kentucky - zum Quintett ausgebaute Band in dieser Zeit immer mehr Wert auf exquisites, ausgefeiltes Songwriting. War es am Anfang Mainman Kevin Galloway vorbehalten, das meiste Originalmaterial beizusteuern, so fanden sich später auch Nummern von Hal Vorpahl und Mike Carpenter im Programm wieder. Für ihr drittes, neues Album And You Are Me gingen sie sogar noch einen Schritt weiter und schrieben gleich 5 von den 11 neuen Songs gemeinsam im kompletten Teamverbund. Darunter der riffstarke, wie ein Vulkan brodelnde, von einem fetzigen Bläsertrio unterstützte Opener 'Set Ourselves Free', das herrlich im Südstaaten-Shuffle-Modus von The Band-meets-Little Feat dahinwalzernde 'Rosalia' mit wechselnden Lead Vocals und 'Somewhere Else', ein echter Crowdpleaser und Radiohit mit dem vielleicht eingängigsten, an Dickey Betts auf 'Ramblin' Man' erinnernden Sologitarrenpart der Saison, komplexen, verschobenen 4-stimmigen R&B-Vocals und aufgelockertem Klavier/Orgel-Interplay dazwischen. Und das wohl härteste, längste Stück, das 6:42-minütige 'There Is No End' in einer lauten, deftigen Kombination aus Bad Company, Black Crowes und Gov't Mule, bei dem alle 5 Musiker wahre Glanzleistungen vollbringen: vorneweg der Frontmann/Rhythmusgitarrist und mit einer wahren Blues Rock-Röhre ausgestattete Kevin Galloway, Mike Carpenter als extrovertierter Leadgitarrist, Jon Grossman als veritabler, flexibler Tastenwizard sowie einer Rhythm Section, die in Dynamik und Power sicher mit den aktuell stärksten des Genres mithalten kann, z.B. der von Cody Canada & The Departed!

All diese hier zur Orientierung herbeigezogenen Referenzen - und da könnte man auch noch die Stones nennen, Mountain und Allman Brothers von damals, Lucero und Drive-By Truckers von heute oder, um in Austin zu bleiben, Deadman, The Drams und sicher nicht zuletzt die Band Of Heathens - sollen nur ungefähr den breit aufgestellten Kurs von Uncle Lucius beschreiben. Entscheidend ist, was die Band daraus für ihren eigenen Werdegang gezogen hat, und das ist geprägt von höchstem Talent, beachtlicher Songkultur, von spürbarer Leidenschaft und geradezu außergewöhnlich starken Instrumentalisten und Sängern. Die sich gerade bei ihren alleine gefertigten Stücken individuell beweisen können. Zum Beispiel Michael Carpenter auf 'Willing Wasted Time', das er selber singt und dazu mit schneidender Slide Guitar veredelt. Oder Jon Grossman mit seinem Fender Rhodes-gerollten 'New Drug' nach Art eines Leon Russell. Oder die beiden Beiträge von Bassist Hal Vorpahl: 'Pocket Full Of Misery' und 'Just Keep Walking'. Oder die wohl klassischten Singer/Songwriter-Nummern hier: Kevin Galloway's 'Keep The Wolves Away' und das abschließende, langsam getragene, in einen schier endlosen Fade mündende 'I Am You', aus dem der Albumtitel entnommen wurde, erinnern auch wegen der semiakustisch/elektrischen Arrangements an den Alt.Country Rock, mit dem Uncle Lucius vor noch gar nicht allzu langer Zeit identifiziert wurde.

And You Are Me wurde zum großen Teil in Nashville, teilweise in Austin produziert von R.S. Field, der ja für seine kräftige, natürliche, klar strukturierte Handschrift bekannt ist (Webb Wilder, Shaver, Sonny Landreth, Scott Miller, Todd Snider, Hayes Carll) und auch hier gar keine Diskussionen über den Kurs von Uncle Lucius zulässt! And You Are Me kommt in der Blue Rose-Ausgabe mit gleich drei Bonus Tracks, die diesen Silberling damit auf eine Gesamtspielzeit von über 63 Minuten pushen: 'Everybody Got Soul', 'Liquor Store' und 'A Million Ways' stammen allesamt vom Vorgänger Pick Your Head Up und gehören schon lange zu den begehrtesten Uncle Lucius Livetracks.


Der Vinyl-Ausgabe liegt eine CD mit dem kompletten Album bei.


Among the many remarkable and hopeful young bands popping up year after year on the Austin, Tx. music scene there is often one that stands out and has more to offer than the others, that seems primed for success in the greater world and for higher goals. There's no question that the five guys who make up UNCLE LUCIUS are members of this elite. With their original take on southwestern rock'n'roll they are bringing together classic rock virtues with modern-day Americana, thus demonstrating how to transfer the experience and energy of 150-plus concerts a year into a studio recording. And You Are Me is their third album, clearly their most mature and most clearly contoured one to date. And it's the first one that presents Uncle Lucius to a wider European audience: Music fans who are going to love the quintet's fresh, dynamic sound and their passionate performances!

Uncle Lucius appeared on the Texan rock scene in the naughts, starting out as the Kevin Galloway Trio (with singer/songwriter Galloway as the central figure, Mike Carpenter on lead guitar and Hal Vorpahl on bass) until drummer Jason Armstrong joined them and they became - thanks to a grandfather's friend's name - Uncle Lucius. In the fall of 2006 they self-released their debut album Something They Ain't and played lots of gigs in the greater Austin area. It didn't take long before the four of them reached headliner status at renowned clubs like the Saxon Pub, Threadgill's and the legendary Antone's. Just in time for their second, Stephen Doster-produced album, Pick Your Head Up, new drummer Josh Greco joined them. His powerful but versatile style contributed to the band moving away from the melodic country rock of their early phase towards a groovy, funky, soul-drenched Southern rock'n'roll with roots, blues and gospel ingredients. The arrangements became markedly more electric and embroidered by horns, organ and female backing vocals. This lead to more gigs, more fans and more media attention - all the way to the Midwest, the East Coast and back home at SXSW. Musically, the band - along with new keyboarder, singer and songwriter Jon Grossman from Kentucky - put a stronger focus on exquisite, sophisticated songwriting. While main man Kevin Galloway used to provide most of the early material, songs by Hal Vorpahl and Mike Carpenter found their way into the set around this time.

For their third new album And You Are Me they took it one step further: Five of the eleven new songs were co-written as a team. Among them the riff-heavy, horn-supported opener 'Set Ourselves Free', the lovely Little Feat-meet-The-Band-style Southern waltz 'Rosalia' and 'Somewhere Else', a real crowd pleaser and radio hit with this season's most Dickey-Betts-esque lead guitar part, complex, interwoven four-part harmonies and loose piano-organ interplay. And then there's the longest and hardest-rocking song, the 6 min 42 seconds of 'There Is No End', a loud, powerful combination of Bad Company, Black Crowes and Gov't Mule that brings out the best in all five of the musicians: front man & rhythm guitarist Kevin Galloway with a terrific blues rock vocal, the extroverted lead guitarist Mike Carpenter, Jon Grossman as versatile keyboard wizard and the dynamic and powerful rhythm section that is certainly among the best in the genre these days, along with for example Cody Canada & The Departed.

All of these references - the Stones, Allman Brothers, Mountain and current acts like Lucero, Drive-By Truckers, and fellow Austinites Deadman, The Drams and Band Of Heathens also come to mind - are just meant to give you a clue as to the band's general direction. Uncle Lucius have drawn from them and created their own sound with talent, songwriting chops, passion and extremely strong musicianship. There's Michael Carpenter on 'Willing Wasted Time' which he sings and embellishes with some sharp-edged slide playing. Or Jon Grossman with his Rhodes-influenced 'New Drug' in Leon-Russell-style. Or bass player's Hal Vorpahl's contributions: 'Pocket Full Of Misery' and 'Just Keep Walking'. Or the most typical singer-songwriter number, Kevin Galloway's 'Keep The Wolves Away' and the slow, measured 'I Am You' which not only provides the album title but flows into a never-ending fade. Both are closest to the alt.country rock style Uncle Lucius used to be identified with.

And You Are Me was produced partly in Nashville, partly in Austin by R.S. Field who is known for his natural approach from his work with Webb Wilder, Shaver, Sonny Landreth, Scott Miller, Todd Snider and Hayes Carll. The Blue Rose version contains three bonus tracks which add up to a running time of 63 minutes. 'Everybody Got Soul', 'Liquor Store' and 'A Million Ways' have been drawn from the previous album Pick Your Head Up and have been among the band's live favorites for a long time.