WOODRUFF, BOB

WOODRUFF, BOB

BOB WOODRUFF - da war doch mal was??!! An diesen Typen werden sich vermutlich nur noch eingefleischte Sammler aus den 90er Jahren erinnern können, die bereits in Zeiten vor Americana und Alt.Country Rock ihre Ohren darauf ausgerichtet hatten, ob jemand aus dem unübersichtlichen Dickicht des boomenden Country-Marktes herausragen kann oder im Mittelmaß versickert. Obwohl... diese schnarrende, knurrende Stimme? Diese unglaublich melodischen Songs mit deutlicher Nähe zu den 70ern? Dieses so ausnehmend entspannte Grundfeeling in feinster Westcoast-Kultur? Ja, doch, so langsam kommt das Gedächtnis wieder in Gang. Nach mehr als 15 Jahren in der Versenkung erleben wir hier das erstaunliche Comeback eines längst Abgeschriebenen, eine Geschichte, wie sie in der Americana-Szene nicht jeden Tag passiert! Der aus New York stammende Singer/Songwriter Bob Woodruff mit Wohnsitz in Los Angeles hat in Schweden mehr als zwei Handvoll Songs aufgenommen, die jetzt auf seinem offiziellen dritten Album The Year We Tried To Kill The Pain erscheinen. Es ist der Beweis, dass Woodruff die Dämonen vergangener Jahre besiegt und auch die Kontrolle über sein Leben als Künstler zurückerlangt hat. Bob Woodruff ist wieder da und das ist nicht selbstverständlich!

Dreams & Saturday Nights hieß 1994 sein fulminantes Debüt auf Asylum, für viele Fachleute ein echtes Juwel zwischen dem seinerzeit herrschenden Mainstream Country und der seligen Erinnerung an den Freigeist des Genres in den 70ern. Steve Fishell, Saitenmann extraordinaire von Emmylou Harris' Hot Band, hatte produziert und ein Who's Who der Granden jener Ära ins Studio gelockt: James Burton, Dan Dugmore, Bernie Leadon, Sam Bush, Glen D.Hardin und nicht zuletzt Emmylou selber mit Harmony Vocals. Wirklich nicht schlecht für einen Newcomer, noch besser aber die Setliste mit 11 großartigen Songs aus eigener Feder! Aber das Radio spielte sie nicht und damit floppte das Album genauso wie das Nachfolgewerk Desire Road (Imprint, 1997). Mit dem John Fogerty-Kracher 'Almost Saturday Night' als Opener sowie einer rockigeren Produktion von Steve Earle-Partner Ray Kennedy wollte man den Sound der Zeit treffen, aber diesmal ging das Label in Konkurs und Bob Woodruff nutzte es wenig, dass er zwar wieder auf den Review-Seiten der hippen Magazine gefeiert wurde, aber der große Durchbruch dennoch ausblieb. Allerletzte Studiosessions von 1999 verblieben unverwertet in den Archiven und sein Leben nahm in den Folgejahren eine steile Kurve nach unten. Sein großes Misstrauen gegenüber der Musikbranche, die Pflege der todkranken Mutter und das Ausüben unwürdiger Jobs mündeten in schwere Depression und dauerhafte Drogenabhängigkeit bis weit in die 2000er hinein. Eine Fügung des Schicksals zum richtigen Zeitpunkt führte zu einer vermutlich allerletzten Chance zum Ausstieg in L.A. Und die hat er gepackt, sein Leben dort neu organisiert und seine musikalische Arbeit mit TV-Produktionen und Soundtrack-Kompositionen wieder aufgenommen.

Unabhängig davon gelangten durch Faninitiative und akribisches Nachforschen die verschollenen Aufnahmen von 1999 wieder ans Tageslicht. Das schwedische Sound Asleep Label veröffentlichte die über eine Dekade später immer noch erstaunlich gut klingenden Bänder in 2011 als The Lost Kerosene Tapes und weckte damit nicht nur im eigenen Land ein völlig neues Interesse an diesem originellen, unangepassten Bob Woodruff, was dazu führte, dass der ins mittelschwedische Örebro flog, um dort mit lokalen Musikern einige seiner stärksten alten Nummern und ein paar brandneue Songs aufzunehmen. Das Ergebnis sind 11 der 12 Tracks von The Year We Tried To Kill The Pain, eingespielt mit den Produzenten Fredrik Landh (Bass, Drums, Piano, Backing Vocals) und Clas Olofsson (Electric Guitar, Pedal Steel, Banjo, Organ), dazu mit dem Gitarristen Mathias Lilja. Der Song 'Stand In The Way' sowie einige Overdubs entstanden in Hollywood mit Luxus-Keyboarder Benmont Tench, Gitarrist Rich McCulley und Sängerin Heidi James. Mit dem Opener 'I Didn't Know', 'I'm The Train' oder dem Titelsong bietet Woodruff allerfeinsten, dynamischen Country Rock der zeitlosen Art, wobei grundsätzlich die Musik mit ihrem optimistischen Flair im Kontrast zu den düsteren Trennungs- und Verlustthemen seiner Lyrics steht. Einige Male, z.B. auf 'I'm Losing You' meint man, ein deutliches Byrds-Feeling zu spüren, 'So Many Teardrops' klingt gar wie ein Outtake von 'Sweetheart Of The Rodeo'. Dagegen kommen 'Bayou Girl' als Piano-getriebener Boogie, auf dem Benmont Tench seinen Künsten freien Lauf lassen kann, und der alte Tamla/Motown-Klassiker 'Stop In The Name Of Love' in einer herzzerreissenden Slow Motion-Fassung mit wunderbarer Pedal Steel im Zentrum.

Auf 'If I Was Your Man' präsentiert sich Bob Woodruff zum Schluss völlig ungeschminkt mit zerbrechlicher Stimme, Acoustic Guitar-Strumming und weinender Pedal Steel im Hintergrund. Was für ein intimer, introspektiver Abgang eines Künstlers, der ganz offensichtlich sein Leben wieder in den Griff bekommen hat und von dem man hoffentlich noch sehr viel hören wird. Ein starker (neuer) Anfang ist mit The Year We Tried To Kill The Pain auf jeden Fall gemacht!


A welcome comeback from Bob Woodruff. The brand new album was recorded in Sweden and we get a mix of newe songs and re-recordings of some favorites from the past.

Bob Woodruff is a critically acclaimed songwriter and recording artist from NYC. He has recorded for various labels including, Restless/Enigma, Elektra/Asylum, Imprint and Interscope Records. More than a few top critics have stated that his albums are among the finest country-rock records ever released.

His songs, which meld R&B, Country and Rock, have attracted some of the most talented players in the world to his recording sessions and are sweetened by many Rock ‘n’ Roll and Country Music Hall of Famers including: Emmylou Harris, Benmont Tench (Tom Petty & the Heartbreakers), Gary Tallent (Bruce Springsteen and the E Street Band), Bernie Leadon (The Eagles), James Burton (Elvis), Glen D Hardin (Elvis), Marc Ford (Black Crowes), Sam Bush (New Grass Revival) and Pig Robbins to name only a few.

While Bob took some time to pursue other interests outside the music business for awhile, he is currently living in Los Angeles where he is writing songs and composing music for motion pictures, television and other recording artists. Bob is also playing live these days, backed up by a fab LA band, His Royal Giants and working on new material for his next album. Sound Asleep Records, a Swedish label, has recently released a recording session he did in Nashville several years ago entitled,“The Lost Kerosene Tapes 1999”. There’s also been some recent talk of re-releasing his debut CD, “Dreams & Saturday Nights” on vinyl.

“For my money his debut album, Dreams & Saturday Nights was the best country album released in the 90’s and one of the best recordings of that decade. This new CD The Year We Tried To Kill The Pain is like stumbling into something new by Elliott Smith, Nick Drake or Jeff Buckley. Only Woodruff isn’t dead, through no fault of his own. Healthy and in fine voice these days, the accompanying music played mostly by a group of fine Swedish musicians and a couple of superb players from the States including Benmont Tench finds him moving away from straight honky tonk and closer to a rootsy soulfulness that melds rock, R&B and country befitting these songs about love and loss, pain and redemption.”
- The Houston Chronicle