28. Januar 2015

CODY CANADA & THE DEPARTED – rocken mit HippieLovePunk wie zu besten Cross Canadian Ragweed-Zeiten!


Langzeitfans der legendären Cross Canadian Ragweed werden begeistert sein! Mastermind Cody Canada hält bei seiner immerhin auch schon vier Jahre existierenden Nachfolgeband The Departed die Zügel wieder fest in der Hand und nimmt mit 11 Songs in Erinnerung an alte Qualitäten, der Rückkehr zum kompakten Quartettformat und einer Überarbeitung der Bandphilosophie einige entscheidende Kurskorrekturen vor, die sich direkt auf das brandaktuelle, dritte Album HippieLovePunk auswirken! Unter dem Motto „back into the future“ gibt es dabei aber kein stumpfes Revival von dem, was einstmals von Küste zu Küste abgefeiert wurde und zu hohen Chartsnotierungen mit Millionenverkäufen führte. Dafür erleben wir einen fulminanten Restart von The Departed unter Bezugnahme auf all die edlen Zutaten, mit denen die Sparte Red Dirt Music Einzug in den großen amerikanischen Roots’n Roll-Katalog gefunden hat. Cody Canada ist einer der herausragendsten Köpfe jenes kulturellen Genres, das im Südwesten der USA beheimatet ist und innerhalb des letzten Jahrzehnts immer größere überregionale und internationale Aufmerksamkeit erregt hat. HippieLovePunk darf schon früh in 2015 als weiterer Red Dirt-Meilenstein und Beweis für die ungebrochene Vitalität dieser Szene notiert werden!

So konsequent und dauerhaft wie keine andere Band verkörperten Cross Canadian Ragweed Sound und Lebensgefühl der Red Dirt Scene zwischen Oklahoma und Texas. Jene mit der sprichwörtlich „roten Erde“ gespickte Mischung aus Country, Southern Rock, Singer/Songwriter, Heartland Rock, Boogie und Guitar Rock führte zwischen 1998 und 2009 zu einer enormen Serie von gleich 10 im Laufe der Jahre immer erfolgreicheren Alben mit regelmäßigen Top 10-Entries in der Billboard Charts. Konzerte von San Francisco bis NYC, New Orleans und Chicago waren stets ausverkauft und nicht nur in ihrer langjährigen Heimat von Stillwater, Oklahoma oder im neuen Umfeld von Austin, Texas erlangten CCR schon fast „Heldenstatus“! Bis Bandleader Cody Canada – bedingt durch private Veränderungen innerhalb der Gruppe und ein „too much“ in allen Belangen – die Reißleine zog und 2010 seine Erfolgstruppe unter großer Anteilname beerdigte. Nur um wenig später mit einem neuen Team wie Phoenix aus der Asche zu steigen! The Departed waren geboren und kamen hier bei uns sogleich bei Blue Rose unter Vertrag. Nach dem ersten Ausrufezeichen This Is Indian Land von 2011, einer kolossalen Hommage an die Musik großer Vorbilder aus Oklahoma, bedeutete das Zweitwerk Adventus eine ziemlich radikale Abkehr von Red Dirt, Texas Rock, Roots und Americana. Das war nun eher brettharter elektrischer Rock’n Roll, etwa eine Art Southern Hard Rock – technisch brillant gespielt, aber vielleicht mitunter etwas seelenlos?! Da streiten sich die Gelehrten, vor allem die alten Ragweed-Anhänger. Anders als zuvor war Canada nun nicht mehr der einzige Taktgeber. In Seth James, auch einer starken Bühnen- und Musikerpersönlichkeit, ließ er einen gleichberechtigten Saitenmeister, Songwriter und Leadsänger neben sich agieren. Dahinter leistete eine fette Rhythm Section mit Jeremy Plato am Bass und Drummer Chris Doege Schwerstarbeit, der erfahrene Keyboarder Steve Littleton spielte dazu Orgel, Fender Rhodes Piano, Clavinet, Klavier. In der Regel handelte es sich bei den Songs von Adventus um Kompositionen von Cody Canada oder Seth James bzw. von beiden zusammen.

Im Herbst 2013 verließ Seth James The Departed auf freundschaftlicher Basis und Cody Canada übernahm wieder das Steuer als alleiniger Sänger, Songschreiber und Leadgitarrist. Es ist aber vor allem die wärmere, wurzelbetontere musikalische Aussage, die HippieLovePunk bei Fans und Kritikern so deutlich besser ankommen lässt!

Schon zum Auftakt setzt ‚Comin‘ To Me‘ Maßstäbe – das ist melodischer Southern Boogie mit einem mächtigen Schuss Rock’n Roll-Beat der Extraklasse! Es folgt mit dem saftigen, riffstarken Rocker ‚Inbetweener‘ die erste Single-Auskopplung. ‚Easy‘ ist eine tolle Texas Country Rock-Ballade mit Betonung auf „Rock“. Eine treibende Akustikgitarre, gleißende Orgelschübe, die schon aus CCR-Zeiten bekannten trefflichen Harmony Vocals von Bassist Jeremy Plato, ein Canada-Solo per Baritongitarre, dazwischen ein paar E-Piano Rolls… Der notorische Power Rocker ‚Revolution‘ fährt das Tempo wieder hoch, mit vorwärts gepeitschtem Garagenbeat und dem einen ausgeprägten Riff, das man kaum wieder aus den Ohren bekommt! ‚Back Closer‘ ist kompakter Soul Rock in Memphis-Manier, bei dem das Team im Vordergrund steht, während ‚Got It‘ danach mit brodelnden Gitarren, pulsierender Rhythm Section und feisten Orgelschüben permanente Spannung aufbaut, die sich nach einem unerfüllten Jam Finish einfach auflöst. Und was ist ‚Great Big Nothin‘? Red Dirt Punk Rock, Southern Hard Rock, Garage Speed Rock? Aber dann kommt im stärkstmöglichen Kontrast dazu ‚Maker‘, ein beeindruckendes Singer/Songwriter-Großwerk als Midtempoballade im akustischen Gewand, mit gleich mehreren exquisiten Gitarrenpickings, co-geschrieben von Kevin Welch. ‚Stay‘ verknüpft sämigen, flirrenden Südstaaten-R&B im zeitlosen Memphis-bis-Macon Sound mit klasse Southern Rock-Twin Guitars, einem melodisch rollenden Boogie Piano, präsenten Drums mit viel Percussion und dazu mehr als nur ein wenig Allman Brothers-Flair. ‚Boss Of Me‘ ist ein pumpender, harter, kompromissloser Rocker mit eindringlicher Handschrift. Mit ‚All Nighter‘ bieten The Departed zum Schluss einen folkig-schunkelnden Country-Walzer in bester Luckenbach-Tradition mit Akkordion, Geige und den Freunden der kompletten Braun Family: Willy & Cody von Reckless Kelly, Micky & Gary von den Motorcars und Vater Muzzie Braun im gesanglichen Wechselspiel. Und dann kommt noch eine feine Acoustic Folk-Überraschung als ungenannter Bonus Track obendrauf. Diese feine Mischung der „neuen“ Departed darf man dann wohl als äußerst gelungen bezeichnen!

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