18. Mai 2017

Nach einer Rückbesinnung nun wieder neues „Material“ von ELLIOTT MURPHY auf Prodigal Son!


44 Jahre ist es her, seit sich der amerikanische Singer/Songwriter ELLIOTT MURPHY mit seinem Debütalbum Aquashow erstmals auf der großen rockmusikalischen Landkarte eintrug. ‚Last Of The Rock Stars‘ hieß Track #1 auf der A-Seite dieser längst zum Kultobjekt gewordenen LP und jenes geradezu hellseherische Motto mag in abgewandelter Weise für eine bewundernswerte Karriere stehen, die auch heute im Alter von 67 Jahren noch lange nicht zu Ende geht und für den seit vielen Jahren in Frankreich lebenden Künstler immer noch die ein oder andere Überraschung bereit hält. Mit Prodigal Son veröffentlicht Blue Rose nun seine brandneue CD. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum Aquashow Deconstructed, mit dem er eine Neueinspielung des eingangs erwähnten Debüts aufgenommen hatte, ist Prodigal Son „nur“ ein ganz normales, weiteres Klasse-Album in einer Serie von hervorragenden Werken dieses Elliott Murphy, der auf seine ganze eigene Art vielleicht wirklich ein Rock Star ist – zumindest aber ein ganz besonderer Vertreter seiner Zunft!

Prodigal Son ist sein ungefähr 35. Album insgesamt – mehr als das letzte Drittel davon gibt es auf Blue Rose! Und fast genauso viele sind in fester, freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem französischen Topgitarristen Olivier Durand entstanden. Er zählt seit langem zu den besten, originellsten Saitencracks in Europa, kann gleichermaßen mit seinem flüssigen, schnellen Spiel auf akustischen und elektrischen Gitarren überzeugen, begeistert mit guter Slide Guitar-Technik und gekonntem Mandolinenpicking. Im Team mit Alan Fatras (Drums) und Sohn Gaspard Murphy am Bass (wo er den im letzten Jahr verstorbenen langjährigen Wegbegleiter Laurent Pardo ersetzte) bildet er die Begleitband, und auch auf Prodigal Son formen sie wieder das instrumentale Gerüst, angeführt von Murphy, der selber meistens akustische und/oder elektrische Gitarren spielt, auch mit Banjo, Klavier und Harmonika antritt.

Und was meint der Meister selbst zum neuen Album?
Wie in der Geschichte des verlorenen Sohns in der Bibel haben diese neun geweihten Songs den außerordentlich langen Weg nach Hause genommen. Tatsächlich hatte ich viele der Songs schon geschrieben, bevor ich plötzlich meinen Kurs wechselte und mich dazu entschied, mit Aquashow Deconstructed mein erstes Album noch einmal zu besuchen.
Überraschenderweise waren die Demos gereift, als ich sie anschließend wieder anhörte. Songs haben, wie Du weißt, ein Eigenleben, und während ich auf meiner Proust-artigen Reise war, hatten sich diese Songs anscheinend miteinander angefreundet und eine musikalische Familie gegründet. Sie waren imstande, sich zu etwas zusammenzufügen, dass größer als seine Teile war, gleichzeitig cinematisch und intim, als könne man Poesie auf eine Leinwand bringen. Sie wurden alle zum Teil einer großen Geschichte.
So ging es von ersten behutsamen Schritten der Textrevision und Überarbeitung der Arrangements zu zügiger Arbeit im Studio in einem Wettlauf von Raum und Zeit mit Basic Tracks, Overdubs und Mix, sodass jedes einzelne zauberhafte Element der Songs erkennbar wird – bis wir diese neun Songs nicht nur fertig, sondern komplett hatten, als ganzes Album. Ein Album – allein das Wort bedeutete früher einmal mehr als nur eine irgendwie gemischte Sammlung von Stücken und Reimen. Du kannst Dir sicher sein, dass jedes gute Album – jedes Album, das etwas bedeutet – ein Konzeptalbum ist, das liegt in der Natur der Sache. Zumindest bin ich mir dessen sicher. Da ist ein feiner, unsichtbarer Faden, gewoben aus Seele, Durchhaltevermögen und etwas Verrücktheit, der alles miteinander verbindet und zu einer schlüssigen Arbeit macht, zu einem Buch voller Songs, einem Album.
Mein Dank gilt besonders meinem Sohn und Produzenten Gaspard Murphy, der seinen Dad nahezu täglich erträgt und dabei das Beste aus mir herausholt. Leider muss ich dieses Album dem Andenken an Laurent Pardo widmen, einem feinen Bassisten und einer sensitiven Seele, der meine musikalische Reiswe fast ein Jahrzehnt lang begleitet hat.
Au Revoir Laurent…

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