02. Mai 2015

Schotten-Rock? Von wegen – Americana vom Allerfeinsten:
THE WYNNTOWN MARSHALS legen nach mit The End Of The Golden Age!

Eine der aktuell frischesten und stilistisch glaubwürdigsten No Depression/Alt.Country Rock Bands stammt nicht aus Austin, Minneapolis, Portland, Raleigh oder Louisville, sondern aus… Edinburgh in Schottland! Eigentlich müssten diese 5 Herren ihre Pässe vorzeigen, damit man ihnen das wirklich abnimmt – so uramerikanisch klingen die Wynntown Marshals mit ihrem gut abgehangenen Gebräu aus klassischem Country Rock der 70er, luftigem Gitarrenrock mit ein paar Popelementen aus den 80ern und jener Genreneuauflage, die in den 90ern mit dem Schlagwort No Depression belegt wurde und heute allgemein als Alt.Americana gehandelt wird. The End Of The Golden Age heißt das brandneue dritte Album des sympathischen Quintetts, das so gar nichts mit deftigem Schotten-Rock zu tun hat, dafür mit seiner Musik in einer Bandbreite von Byrds, Flying Burrito Brothers und Poco bis Son Volt, Jayhawks und Whiskeytown begeistert und dazu den ein oder anderen Verweis auf die Stones, Neil Young, Wilco oder Tom Petty bereithält.


Ab 2007 übernahmen die Wynntown Marshals das Erbe der Sundowns, einer der damals stärksten Americana-hingewandten Folk Rock-Bands in Schottland. Bereits auf der ersten, Anfang 2008 erschienenen, selbstbetitelten EP prägte Bandleader, Songschreiber, Gitarrist und Leadsänger Keith Benzie mit seiner rauen, etwas heiseren, immer attraktiven Stimme in einem Mix aus Sid Griffin, Jeff Tweedy und Ryan Adams sowie seinen oft melancholischen bis eingängig rockenden Songs das Klangbild. Im Mai 2010 folgte dann das umjubelte, von den einschlägigen Medien (Maverick, Heaven, Americana UK, No Depression) nur positiv kommentierte volle Album Westerner. Mit dem vorzüglichen Saitencrack Iain Sloan als jetzt vollwertigem Mitglied wurde der gitarrenlastige Country Rock noch weiter ausgebaut. Dazu erwarben sich die Wynntown Marshals mit ihren beherzten und publikumsnahen Auftritten ein stetig wachsendes Fan-Potenzial und eine hohe Live-Reputation. Nach diversen Umbesetzungen im Bereich der Rhythm Section konsolidierte sich rechtzeitig zu den Aufnahmen für das 2012er Folgewerk ein festes Quartett um Bandboss Keith Benzie und Gitarrist Iain Sloan mit den neuen Mitspielern Murdoch MacLeod (Bass, Backing Vocals) und Kenny McCabe (Drums, Backing Vocals). Produziert, aufgenommen und an zusätzlichen Instrumenten begleitet von Andrew Taylor bedeutete das famose Blue Rose-Debüt The Long Haul einen deutlichen Schritt nach vorne.

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Warum etwas ändern, wenn es gerade so prächtig läuft?! In derselben Besetzung, auch wieder mit Studiomeister Andrew Taylor als Chef an den Konsolen und Reglern, dazu mit dem neuen Bandmitglied Richie Noble an den Keyboards, begannen die Wynntown Marshals in der zweiten Jahreshälfte 2014 in gewohnter Umgebung ihre Arbeit am neuen Album The End Of The Golden Age. Es ist mit seinen 10 kapitalen Tracks ihr bislang reifstes und organischstes, kurz: ihr klar bestes Werk geworden! Vom Start mit dem melodisch angerockten ‚There Was A Time‘ bis zum süffigen, refrainstarken Titelsong ‚The End Of The Golden Age‘ am Ende erleben wir durchweg diese typische, über die letzten Jahre so lieb gewonnene Marshals-Qualität mit all ihren Zutaten: die perlende 12-saitige Rickenbacker, die verschachtelten, häufig sich in Twin Soli aufschaukelnden elektrischen Gitarren, der rollende Americana Beat der Rhythm Section, das Wechselspiel des attraktiv angerauten Leadgesangs von Keith Benzie mit den bis zu dreistimmigen Harmony Vocals, die nicht selten an die Eagles oder CSN erinnern, die schillernden Pedal Steel-Verzierungen, der natürliche Analogsound, die wunderbar eingebundenen Hammond-Schübe und delikaten Klavierpassagen des Neuen, all die vortrefflichen semiakistisch/elektrischen Gitarrenarrangements von Iain Sloan… Das bereits live erprobte ‚Dead Sunflowers‘ und ‚Better Than Yesterday‘ kommen als zwingende, geradlinige Electric Guitar Rocker; ‚Being Lazy‘ ist eine alte Nummer von Murdoch MacLeod, für die nach Jahren in der Warteschleife jetzt die optimale Form gefunden wurde: als herrlich schlurfende, halbakustische Slow Motion-Ballade mit eingeflochtenen Pedal Steel-Schleifen und unterstützender Ein-Mann-Brass Section von Bruce Michie. Als Belege für den signifikant hohen Country Rock-Anteil mögen ‚Red Clay Hill‘ (mit Guest Vocals von Hannah Elton-Wall/Redlands Palomino Company), das bittersüße ‚Idaho‘ mit regelrechtem Killerrefrain, die fernwehsüchtige Midtempo-Ballade ‚The Girl On The Hill‘ und der zweite MacLeod-Song ‚Metagama‘ gelten. ‚Moby Doll‘ entwickelt sich in über 6 Minuten zu einem wahren Epos in Wilco-Manier, bei dem sich Gitarren, Orgel und die Trompete (nochmal Bruce Michie) zum rauschenden Instrumentalfinale jammen.

Mit dieser starken Vorstellung haben sich die Wynntown Marshals endgültig als eigenständige Band mit individueller Note im Americana-Genre freigeschwommen und spielen mit ihren Vorbildern und den gerne genannten Querverweisen jenseits des Atlantik absolut auf Augenhöhe. Mit The End Of The Golden Age liegt die Messlatte für vitalen, handgemachten Country & Guitar Rock in 2015 schon früh sehr hoch und alle Fans der Band oder überhaupt dieser Musik dürfen auf die bald anstehende Europatour mit der Präsentation der neuen Songs gespannt sein!!

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