06. November 2017

SUSTO – ein weiterer Hochkaräter des schwedischen Rootsy-Labels!

& I'm Fine Today
SUSTO & I'm Fine Today CD
€ 14,90

Seit SUSTO in den USA Anfang 2017 ihr zweites Album veröffentlicht haben, hat die Karriere der Band Fahrt aufgenommen. Das Album hat tolle Rezensionen erhalten, die Band ist seit der Veröffentlichung fast pausenlos auf Tour und hat diverse, landesweite TV-Auftritte absolviert. Susto sind nicht mehr die South Carolina local heroes, sie sind eine Band vor dem Durchbruch in den Staaten. Und sie sind bereit für Europa.


Vor einigen Jahren brauchte Justin Osborne eine Pause. Seit er 15 war, hatte er Musik gemacht und Platten veröffentlicht; mit 26 fühlte es sich so an, als trete er auf der Stelle. Er brauchte eine Luftveränderung. Osborne löste seine Band Sequoyah Prep School auf und zog nach Kuba. Er dachte, dass er vielleicht eine musikalische Pause einlegen würde, stattdessen flogen ihm die Songs nur so zu.
„Ich hatte die fixe Idee, dass ich mich vielleicht einer linken lateinamerikanischen Bewegung anschließen würde. Ich wollte ein Wagnis eingehen“, erzählt Osborne. „Gleich nach meiner Ankunft ging ich dort in Konzerte und lernte einige Musiker kennen. Ich spielte ihnen die Songs vor für dieses Projekt, das mir damals vorschwebte. Sie sagten: ‚Mann, werf‘ bloß Deinen Reisepass nicht weg. Geh nach Hause und mach‘ weiter Musik.‘ Das hat mir Mut gemacht, es nochmal zu versuchen.“

Osborne war schon dabei, die Songs zu schreiben, die dann 2014 auf Sustos Debütalbum kommen würden, als ihm Produzent Wolfgang Zimmermann den Gitarristen und Songschreiber Johnny Delaware vorstellte, der nach Charleston, Carolina gezogen war.

„Susto“ ist ein spanisches Wort für eine lateinamerikanische Volkskrankheit, von der Osborne als Anthropologie-Student gehört hatte. Das Wort bedeutet „wenn deine Seele von deinem Körper getrennt ist“, lässt sich aber auch grob als „Panikattacke“ übersetzen. Für Osborne war die Musik von Susto etwas, das er in die Welt bringen musste.
Die Band veröffentlichte ihr Debütalbum selbst und tourte ohne Pause, um sich einen Namen zu machen. In ihrer Heimatstadt waren sie schnell erfolgreich, machten die Läden voll und liefen im Radio, sodass sogar Ben Bridwell von Band Of Horses auf sie aufmerksam wurde. „Er schrieb mir eine E-Mail, dass ihm das Album gefiel und er Johnny und mich gerne kennenlernen wollte“, erzählt Osborne. „An diesem Tag schrieb ich meinem Uni-Professor, dass ich nicht mehr kommen würde.“

Die Liveband, die Osborne und Delaware auf die Beine stellten – Corey Campbell (Gitarre Keyboard, Gesang), Jenna Desmond (Bass) und Marshall Hudson (Drums, Percussion) – ist auch auf dem neuen Album & I’m Fine Today zu hören. „Wir wollten einen weiteren Schritt machen. Wir sind mit dem ersten Album aufgebrochen und wollen weiter unseren Weg gehen,“ sagt Osborne. Sie begeben sich nun mit ihrem spacigen Country-Rock in die Stratosphäre, in dem sie seufzende Keyboards aufschichten, gallopierende Rhythmen und ausgefranste, krachige Gitarrensoli über sehnsüchtige Melodien und Texte legen, die das Erwachsenwerden und Zu-sich-selbst-finden thematisieren. „Wir haben hart gearbeitet und sind nun an einem guten Punkt angekommen“, sagt Osborne. Er weist darauf hin, dass sich das erste Album überwiegend mit seinen eigenen Problemen beschäftigte, während & I’m Fine Today sich stärker mit der Welt außerhalb des eigenen Kopfes befasst.
„Ich habe gelernt, es wertzuschätzen, dass ich hier bin. Es ist eine Frage der Perspektive“, sagt er. „Auf dem Album geht’s darum, mit sich selbst und dem eigenen Platz im Universum ins Reine zu kommen.“

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