14. Juli 2016

Und wieder etwas ganz Großes aus Austin: THE SOUTH AUSTIN MOONLIGHTERS erklimmen neue Höhen mit Ghost Of A Small Town!


Das Blue Rose Label und seine Vorliebe für texanisch geprägten Roots, Country & Americana Rock! Nach den Resentments, der Band Of Heathens, Deadman und Shurman sind die South Austin Moonlighters eine weitere hoffnungsvolle Verpflichtung in einer Serie von packenden Bands aus der Hauptstadt des Staates Texas, die sich über Jahre einen regelrechten lokalen Kultstatus in unzähligen Liveauftritten erspielt hat und deren Name bis über den großen Teich nach Europa zur einschlägigen Fangemeinde vorgedrungen ist. Die South Austin Moonlighters, abgekürzt einfach nur S.A.M., debütierten vor gut zwei Jahren mit ihrem vielversprechenden Album Burn & Shine und offenbarten dabei ihr riesiges Potenzial. Ein Versprechen, dass nun von dem Quartett mit dem Nachfolger Ghost Of A Small Town auf grandiose Weise eingelöst wird! Vier außergewöhnliche Musiker mit individueller Klasse, allesamt auch Songschreiber und Leadsänger, sorgen für das wahrscheinlich abwechslungsreichste, reifste und spannendste Genrealbum bislang in 2016 – nicht nur in Austin, sondern weit über das Hill Country hinaus. Texas Music rocks!

Die Geschichte der South Austin Moonlighters begann im März 2011, als sich mit Lonnie Trevino Jr., Phil Bass, Josh Zee und Phil Hurley vier erfahrene Profimusiker beim „Sin City“ Showcase während der alljährlichen Großveranstaltung SXSW anfreundeten und abseits der Verpflichtungen in ihren eigentlichen Bands (Mother Truckers/Whiskey Sisters, Deadman, Stonehoney) gemeinsame Pläne schmiedeten. Schnell entwickelte sich aus dieser lockeren Hobbytruppe eine feste Einheit mit konkreten Zukunftsvisionen. Auftritte wurden gebucht, ein umfangreiches Repertoire erstellt und zusammen neue Songs geschrieben. Bereits zur nächsten SXSW in 2012 war das Interesse der Talentscouts geweckt. Nach einer privat veröffentlichten Live-CD – natürlich aus dem legendären Saxon Pub! – veröffentlichte Blue Rose Anfang 2014 das ersehnte erste Studioalbum. Mit seiner Bandbreite, starken Songs, ungebremster Spielfreude und dem Charisma jedes einzelnen Musikers wusste Burn & Shine total zu begeistern – ein nachhaltiges Statement in Sachen Texamericana Rock!

Gitarrist, Sänger, Songwriter Phil Hurley stammt aus Boston und ist erst Mitte der letzten Dekade nach Austin gezogen. An der Ostküste hatte er moderaten Erfolg mit den Gigolo Aunts, einer typischen College/Guitar Rock/Pop-Truppe der 80/90er Jahre, bevor er sich mit Stonehoney an einer tollen Mischung aus Westcoast und Texas, Eagles und Alt.Country Rock versuchte. Der singende und songschreibende Drummer Phil Bass ist seit über 30 Jahren als sprichwörtlicher „“Rock’n Roll Joe““ im Geschäft. Er trommelte in der Touring Band von Monte Montgomery, auf Alben von Mark Jungers und Houston Marchman oder zuletzt als festes Mitglied bei den Whiskey Sisters, jener frauengeführten Combo, die sich aus den bekannten Mother Truckers entwickelte. Hier kam er mit Gitarrist/Sänger Josh Zee und Bassist/Sänger Lonnie Trevino, Jr. zusammen. Trevino spielte zuvor bei Singer/Songwriter Monte Montgomery und dem Bluesgitarristen Mike Zito, gelangte danach zur Austin-Kultcombo Deadman, wechselte für eine Tournee zu Fastball und dann zu den Whiskey Sisters. Josh Zee wurde inzwischen durch den interessanten Neuzugang Chris Beall ersetzt. Der gilt als echtes Allroundtalent in West Texas, wurde bereits mit zwei eigenen Soloalben und etlichen Co-Writings notiert, ergänzt sich hervorragend mit Phil Hurley an den Gitarren, drückt dem S.A.M.-Sound mit seiner attraktiven Stimme einen weiteren dicken Stempel auf und übernahm dazu für das neue Album den Job als Recording Engineer.

Mit Ghost Of A Small Town ist den S.A.M. jetzt eine weitere Steigerung gelungen! Geschickt gekoppelt und außerordentlich natürlich im Sound, dazu mit einem bestens austarierten Mix aus reifen Songs und kernigen Arrangements fließen die 13 Tracks nur so durch die Gehörgänge. Fans von Little Feat, Los Lobos, den Beat Farmers, John Fogerty, John Mellencamp, den Flying Burrito Brothers und Arc Angels sollten dabei in Begeisterungsstürme ausbrechen! Die Beiträge von Chris Beall und Phil Hurley sind geprägt von satten Gitarrenklängen, herrlichen 70er-nostalgischen Harmony Vocals mit Westcoast-Flair und einschlägigen Hooks und Refrains. So gleich zum Start Beall’s ‚A Year Of Decembers‘ als kompetenter Rocker, etwas später die süffige Powerballade ‚Suburban Avenue‘ und ‚Fallin‘ Down‘ mit stark an der Band Of Heathens ausgerichtetem Country Rock. Hurley glänzt mit ‚Movin‘ On‘ im Stil der frühen Eagles und dem dezenten Folk Pop/Rock von ‚Final Line‘. ‚You, Love And Me‘, eine Co-Komposition mit Shurman-Boss Aaron Beavers, ist ein extrem flotter Country Rock-Ohrwurm mit relaxt dahingleitenden Gitarren, glückseligmachenden Harmonien und Killerrefrain – mit anderen Worten: wie gemacht für das „Reiten“ auf dem Highway!

Bassist Lonnie Trevino Jr. steht für die eher rhythmus- und groovebetonten Nummern im Programm. Etwa im Stil von (Bass-) Kollege Bruce Hughes von den Resentments rockt und funkt sich Lonnie Trevino Jr. mit seinen gewohnt markigen Lead Vocals und den offensiven Bassfiguren durch ‚I’ll Be Coming Home‘ und erinnert mit ‚Lookin‘ For A Lover‘ an den weißen Southern Groove von J.J.Grey & Mofro. Sein ‚She’s So Far Away‘ gehört sicher zu den am heißesten rockenden Stücken auf diesem Album, das könnte auch gut in den Katalog der Wood Brothers passen. Während Trevino sich die Lunge aus dem Hals shoutet, brillieren Phil Bass mit polyrhythmischem Getrommel der Extraklasse sowie Hurley & Beall mit duellierenden Electric Blues Rock-Gitarren.

Der singende Drummer Phil Bass sorgt neben Trevino für die richtig schwarzen, sumpfigen Elemente im Programm der S.A.M. ‚(Lyin‘ On The Bottom) Mississippi River‘ kommt geradezu unerhört Blues- und Southern Soul-getränkt daher! Dazu singt er auf der Bandkomposition ‚Hold On‘, eine jener Nummern mit deutlicher Jam- und Groove-Neigung, die live locker über 10 oder 15 Minuten ausgeschmückt werden kann, sowie auf dem einzigen Fremdtitel des Albums: Der traditionelle Gospel Blues ‚Jesus (Make Up My Dying Bed)‘, der schon Anfang des letzten Jahrhunderts von den Ikonen Blind Willie Johnson, Charlie Patton und Josh White auf die Blues-Agenda gesetzt und viel später von Bob Dylan bis Led Zeppelin neu interpretiert wurde, kommt hier in einer gewaltigen 7-Minuten-Fassung mit dem für Gospels so typischen Call & Response-Shouting und delikat nervösen, sich ums klassische Thema herumschlängelnden elektrischen Gitarren inkl. Slide & Lap Steel.

Großes Southern Americana-Kino, nach dem zum Ausklang dieser prächtigen Scheibe nur noch der „Titelsong“ folgt… Nein, nicht wirklich: ‚Ghost Of A Small Town‘ erscheint als 68-sekündiges Instrumental Jam-Finale – quasi auf einem Riff in die imaginäre Auslaufrille!