31. Januar 2016

US Rails-Mitglied BEN ARNOLD ist zurück als Solokünstler mit Lost Keys!

Lost Keys
ARNOLD, BEN Lost Keys CD
€ 14,90

Seit 25 Jahren gehört der Singer/Songwriter/Keyboarder Ben Arnold zum festen Bestandteil der regen Philadelphia-Szene. Seine bewegte Karriere fußt auf gleich mehreren Säulen: als Teamplayer in verschiedenen attraktiven Bands, besonders aber als Solokünstler in eigener Sache. Bei uns ist er natürlich als eine der Führungsfiguren bei der kleinen Supergroup US Rails bekannt, die seit gut 6 Jahren regelmäßig tourt und Platten (auf Blue Rose) veröffentlicht. Daneben kann Arnold allerdings auf einen achtbaren Backkatalog unter eigenem Namen zurückblicken: 7 Alben standen da bislang zu Buche, darunter mit dem 2011er Blue Rose-Labeldebüt Simplify sein letztes und sicherlich bis dato stärkstes. Nun, da die US Rails eine schöpferische Pause einlegen, erscheint der lang erwartete Nachfolger – Lost Keys.


Ben Arnold’s Werdegang lässt sich bis in die frühen 90er zurückverfolgen, als er zusammen mit seinem Freund Joseph Parsons in der Coffehouse/Club-Szene von Philadelphia auftrat und ein erstes Album (Soar, 1993) im Eigenvertrieb herausbrachte. Mit seiner mächtigen Sandpapierstimme im weiten Spektrum zwischen Randy Newman, John Hiatt und Bruce Springsteen wurde er auch für die großen Firmen interessant und so erschien das Folgealbum Almost Speechless im Herbst 1995 sogar bei Columbia. Trotz einer sehr professionellen Pop/Rock Mainstream-Produktion erfüllten sich kommerzielle Erwartungen aber nicht und Arnold richtete sich wieder im Independent-Terrain ein, veröffentlichte über die nächsten Jahre die CDs In Case I’m Gone Tomorrow (1999), Calico (2004), Solo (2006) und Never Mind My Blues (2007). Größeres Aufsehen erregte er mit dem Philly-Singer/Songwriter-Powerpaket 4 Way Street. In der stark CSNY-ausgerichteten Harmony/Folk Pop/Rock-Formation traf er auf seinen alten Weggefährten Joseph Parsons sowie die Szenekollegen Jim Boggia und Scott Bricklin. Als Sessionmusiker war Ben Arnold zudem auf Alben von Joseph Parsons und Tom Gillam zu hören, mit Drummer Matt Muir wurde er bei den Indie Pop/Rockern Pistol For Ringo gesichtet. All diese personellen Kontakte führten zum bereits erwähnten US Rails-Projekt mit den gleichberechtigten Singer/Songwritern Parsons, Gillam, Bricklin und einer wahren Serie von Veröffentlichungen und Europatourneen. Er übernimmt dabei den Part des Pianisten mit attraktiver Raspelstimme. Und es ist sicher nicht übertrieben zu bemerken, dass gerade seine Beiträge das Salz in der Americana-Suppe bei den US Rails bedeuten!

Lost Keys, Ben Arnold’s bereits 8. Solowerk, bietet ein komplexes, überzeugendes Programm von 10 Stücken, die sehr organisch und gut abgehangen zwischen blue-eyed Soul, Piano Rock, East Coast-style Blue Collar Rock/Pop, etwas Blues, Funk und Memphis Pop angelegt sind und dabei Souveränität, Gelassenheit und musikhistorisches Know How beweisen sowie durchweg positive, groovy Signale aussenden. Der Künstler selbst bezeichnet Lost Keys als eine Hommage an die golden Zeiten von Motown, Stax, Philly Soul und Doo Wop. Wohl wahr! Songs wie der Opener ‚Stupid Love‘ oder das spätere ‚One Heart‘ rufen mit ihren aufwändig gestalteten orchestralen Arrangements gleichermaßen einen Bruce Springsteen zur Zeit von ‚The River‘, den unbeschwerten Tamla Motown-Beat der 60er und die üppige Tanzweltatmosphäre des Sound of Philadelphia von Gamble-Huff Mitte der 70er ins Gedächtnis. Das funkige, schwarze ‚Cannonball‘ und das druckvolle ‚Detroit People‘ könnte ein straighter Joe Cocker irgendwann in den 80ern gesungen haben, ‚Freedom‘ ist allerfeinster blue-eyed Crooner Soul Pop à la Michael McDonald und das abschließende ‚When Love Fades Away‘ trägt die groovigen Züge eines klassischen Hits von Hall & Oates. Besonders Ben Arnold’s Stimme – eindeutig sein größtes Kapital! – erinnert dabei auch immer wieder gerne an Randy Newman, Billy Joel, Delbert McClinton, Randall Bramblett oder gar an Gary Brooker von Procol Harum.

Lost Keys ist eine Eigenproduktion von Ben Arnold und wurde in verschiedenen Studios im Großraum Philadelphia aufgenommen. Zur Basisband um den singenden und Klavier und Fender Rhodes spielenden Hauptakteur gehören Hooters-Mastermind Eric Bazilian und Matt Kass an den elektrischen Gitarren, Phil D’Agostino am Bass und US Rails-Drummer Matt Muir. Nahezu alle Stücke wurden danach mit üppigen Streichern, Bläsersection und typischem Philly-Backgroundchor ausgeschmückt, dazu erhalten viele aus der Szene bekannte Kollegen wie Scott Bricklin, Zach Djanikian und Kevin Hanson kleinere und größere Gastrollen. Am Ende siegt aber immer diese Wahnsinnsstimme von Ben Arnold!