17. April 2015

Welcome to Blue Rose:
THE HIGH LINE RIDERS mit Bumping Into Nothing!

Nach fast 18 Jahren kehren die High Line Riders zurück auf die große Americana Rock-Bühne! Die High Line Riders?! Ja, das ist enorm lange her und wohl nur eingefleischte Fans der 90er werden sich noch an diese Band aus New York City und ihr einziges Album Somewhere South Of Here aus dem Sommer 1997 erinnern. Wenn man allerdings die damals komplette Bezeichnung – Ed Pettersen & The High Line Riders – nennt, dann sollte es doch klicken: Genau jener Ed Pettersen hat nämlich seitdem eine richtig interessante Karriere hingelegt, gilt als einer der ganz vielseitigen Musiker zwischen Singer/Songwriter, Folk, Power Pop, Rock bis hin zu Electronic Music und Freestyle Jazz. Aber mit seinem brandneuen Album Bumping Into Nothing und der Reaktivierung des alten Bandnamens scheint er 2015 gut gerüstet für die Rückkehr zum grundguten Rock’n Roll mit kernigen Lead Vocals, lauten Gitarren und klasse Songs, die sich einer nach dem anderen ins Ohr brennen! In dieser Form sind die High Line Riders geradezu prädestiniert für Blue Rose Records!!


Der heute 53-jährige Ed Pettersen, ein gebürtiger New Yorker mit norwegischen Wurzeln, begann seine musikalische Laufbahn Mitte der 90er als Folkie und Singer/Songwriter, sozialisiert durch die Outlaw Country Music in seinem Elternhaus, selbstentdeckten Vorbildern wie Pete Townsend und Paul Westerberg bis hin zu Bruce Springsteen, Oasis und Steve Earle. Sein Debüt hieß in 1995 Desperate Times und bereits da gehörte er zum Freundeskreis der Brandos und Del Lords, zwei der angesagtesten NYC-Acts jener Zeit. 1997 bedeutete den überregionalen Durchbruch mit der Gründung seiner Band High Line Riders und dem allseits hervorragend bewerteten Album Somewhere South Of Here. Das war einfach klasse Rock’n Roll auf Basis von Country Rock mit starken Songs, guten Musikern und einer gehörigen Dosis Big City-Attitüde. Das berühmte No Depression-Magazin, Wortführer des Genres damals wie heute, urteilte etwa: „“… klingt so behaglich wie ein Paar alte, getragene Jeans““. Wegen einer seltenen Erbkrankheit, die phasenweise zu starken Schmerzen führte, konnte sich Pettersen die anstehende Vermarktung durch regelmäßiges Touren nicht leisten und die Ära mit den Riders war allzu schnell zu Ende. Anfang des neuen Jahrtausends widmete er sich der Aufbereitung alten, zum Teil unveröffentlichten Materials. 2001 erschien ein komplett neu gestaltetes Remake von Desperate Times, zwei Jahre später der Sampler mit dem skurrilen Titel Two T’s All E’s, eine deutliche Ansage über die richtige Schreibweise seines Namens!

Zu dieser Zeit war Ed Pettersen bereits in seine neue Heimat Nashville gezogen. 2002 wurde das einzige Album (Spare Bedroom) seiner aktuellen Combo The Strangelys veröffentlicht. Wie schon bei den High Line Riders wieder mit den beiden Abbott-Brüdern, Mike an der Leadgitarre und Pete (Ex-Average White Band) am Schlagzeug, ging es diesmal um komplexen Pop Rock in einem Mix aus Oasis, Fastball und Creed. Dazu war Pettersen auf Tribute-Alben für Waylon Jennings und Uncle Tupelo vertreten, hatte 2006 als Produzent und Musiker maßgeblichen Anteil an der Verwirklichung des epochalen 3CD-Werks Song Of America, auf dem er zusammen mit zahlreichen prominenten Kollegen (John Mellencamp, Blind Boys Of Alabama, Black Crowes, Mavericks, Andrew Bird, Old Crow Medicine Show…) 500 Jahre amerikanische Geschichte aufbereitete. Dieses Projekt sollte ihm sogar mehr Anerkennung verleihen als sein gesamter Output zuvor. Auf dieser Erfolgswelle schwimmend realisierte er 2007 sein erstes Album mit neuen Aufnahmen seit 10 Jahren: The New Punk Blues Of… bot wieder mal exquisite, handgemachte Tracks aus eigener Feder im Grenzbereich von Großstadt-Folk und Songwriter/Rock.

Aktuell ist Ed Pettersen so aktiv wie nie zuvor. Als Mad King Edmund beschäftigt er sich mit Freistilmusik, Experimental Jam Rock, Noise Improv, Electronic Americana bis hin zu Avantgarde Jazz. Sein 2012er Großwerk Happening: A Movement In 12 Acts kommt als hochpolitische Free Jazz-Operette mit Rezitationen von Walter Egan, Charles Walker, Suzy Bogguss, Freedy Johnston, Mary Gauthier, Matthew Ryan u.v.a. Es geht um den ökonomischen und moralischen Niedergang der USA und den Einfluss der Occupy-Bewegung, die sämtliche Erlöse aus diesem ambitionierten Projekt erhält. Kurz darauf zieht es Pettersen wieder zum Folk. Nach Erkundungen in Norwegen bei seinen Vorfahren entsteht 2012/2013 I Curse The River Of Time: A Norwegian American Tale. Eine aufwändig als Hardcover-Kunstbuch veröffentlichte Sonderedition kombiniert den wunderschönen, in Nashville mit lokalen Topleuten und norwegischen Gastmusikern eingespielten Americana Folk mit skandinavischer Literatur und Illustrationen. Pettersen’s letztes Baby heißt Nashville Electric. Die gleichnamige CD von 2014 enthält ausschließlich experimentelle Feedback/Drone/Psychedelic/ Electronic Instrumentals – extrem weird!

Und heute erleben wir die gloriose Rückkehr zum straighten, schnörkellosen, klar Gitarren-dominanten Rock’n Roll typisch amerikanischer Provinienz! Nicht ohne Grund also hat Ed Pettersen seine Band wie vor 18 Jahren mit High Line Riders betitelt, obwohl alleinig Drummer Pete Abbott wieder dabei ist. Den Bass spielt David Santos, dazu kommen Gary Goodlow an der Lead Guitar und der bekannte Mike Brenner (Low Road, John Train, Marah, Magnolia Electric Co., Slo-Mo) mit Lap Steel, Pedal Steel oder Electric Slide. Bumping Into Nothing wurde zwar komplett in Nashville eingespielt, aber danach klingt hier gar nichts, sondern wieder nach New York City à la Brandos, Del Lords, Willie Nile, Steve Wynn, Eric Ambel u.ä., auch erinnert vieles hier an die kultigen Bottle Rockets. Bob Olhsson, Recording-Legende seit den 60ern, der lange für Motown (Marvin Gaye, Stevie Wonder) tätig war, später in San Francisco mit Grateful Dead gearbeitet hat, ist für den griffigen R&R-Sound verantwortlich. Die bekannte Tastenfrau Jen Gunderman (Jayhawks, Paul Burch, Eric Brace/Peter Cooper) ist mit Orgel oder Piano immer dabei, mit zusätzlichen Stimmen helfen solch illustre Freunde wie Freedy Johnston, Chuck Mead (Ex-BR549), Countrysängerin Joanna Smith, der norwegische Singer/ Songwriter-Star Henning Kvitnes, die Farewell Drifters und die junge Norwegian/Americana Folkfrau Ida Jenshus.

‚Every Time It Rains‘ hat alles was ein Opener braucht: drei elektrische, singende, heulende Gitarren, bärenstarke Lead Vocals und einen markigen Refrain, ‚Cold Comfort‘ folgt als druckvoller Rocker im mittleren Tempo, auf ‚Janey‘ gebärdet sich Pettersen als extrovertierter Shouter. ‚Bumping Into Nothing‘ bietet mit seinem klassischen Springsteen/Seger/Mellencamp-Modus genau die Qualität eines Titelsongs, auf ‚Holding Pattern‘ geht’s etwas dunklerer zu. ‚I Hope You’re Happy Now‘ kommt als flotte Nummer mit dominanter Steel Guitar vor dem düster bluesigen Talking Lamento ‚Jason Molina’s Blues‘ im Zentrum. Über harschen, dräuenden Slide & Leadgitarren zollt Pettersen dem verstorbenen Charismatiker Molina von Magnolia Electric Co. resp. Songs:Ohia eindringlich Tribut. Mit viel Country Rock folgt die Steel & Twang-unterwanderte Ballade ‚You Can’t Get There From Here‘, mit ‚I Don’t Think About When You Were Mine‘ und ‚Small Town In My Mind‘ stehen weitere fetzige Uptempo Rocker dahinter. ‚I’m Where You Were‘ ist eine im Tempo runtergefahrene Ballade mit attraktiven Duet Vocals von Joanna Smith und klingelnder Jingle/Jangle Guitar. Das mit gepflegtem Boogie Piano unterlegte ‚Hard On Me (Out Of Innocence)‘ und noch einmal ‚Cold Comfort‘ (in einem Alternativ Mix) schließen dieses prächtige Album ab. Ein weiterer Volltreffer im schillernden musikalischen Lebenslauf von Ed Pettersen, der diesmal ganz auf seine famosen High Line Riders setzt!