01. Juni 2018

Herzlich willkommen bei Blue Rose: LUKE GASSER mit The Judas Tree!


Mit dem Release von The Judas Tree hält der geschäftige Schweizer LUKE GASSER tatsächlich den vom ihm schon gewohnten Veröffentlichungs-Rhythmus von 13 bis 14 Monaten ein, er hat die Schlagzahl sogar noch erhöht und legt dieses Mal ein Album mit 18 Titeln vor.

The Judas Tree ist ein weiteres Zeugnis für Luke Gassers schier unbändige Kreativität. Im Gegensatz zu seinem letzten Output Mercy On Me, das von mitreißenden Rock-Krachern nur so strotzte, zeigt der auch als Autor und Filmemacher bekannte Künstler auf seinem neusten Werk sowohl seine nachdenkliche Seite, als auch, dass der Härtegrad der Musik nicht unbedingt von E-Gitarren und Verstärkern abhängig ist. The Judas Tree ist zwar ein von akustischen Gitarren geprägtes Album, doch wer jetzt eine Balladen-Sammlung erwartet, liegt voll daneben. Diese Scheibe ist mehr Rock`n`Roll als viele andere Genre-Veröffentlichungen, die diese Beschreibung für sich in Anspruch nehmen, denn die Rock-Musik in ihrer reinen Form ist vor allem eines: Ehrlich und handgemacht, traditionell und tiefgehend.

Auf The Judas Tree bewegt sich Luke nahe seinen musikalischen Wurzeln; mit aussagekräftigen Texten und Rock im Herzen reflektiert er seine Erlebnisse eines turbulenten letzten Jahres, verbindet dabei gekonnt folkige Töne mit Hardrock-Gitarren und kommt zuweilen seinen Einflüssen wie The Alarm, den früheren und mittleren Rolling Stones oder in Teilen auch Bob Dylan nahe, ohne sich dabei aber als kopierender Epigone zu geben. Es ist hier vor allem diese gradlinig produzierte Musik, die wie eine unverblümt-ehrliche Aussage mitten ins Herz trifft, und die in ihrer schlichten Reinheit über mehr Größe, Poesie und Intensität verfügt als jeder Soundeffekt. Mal laut, mal leiser, aber immer mit Leib und Rocker-Seele dabei.

Mit diesem Album knüpft Luke Gasser nicht nur an seinen Überraschungserfolg von 2013, an das englischsprachige Debut-Album Retribution an; in gewisser Weise geht Luke Gasser sogar zu seinen Anfängen als Schweizer Mundart-Rocker zurück, als er in der helvetischen Presse Mitte der 90er Jahre sogar als „Alpen-Dylan“ gefeiert wurde. Nur dass der Schweizer Musiker bei The Judas Tree noch eine fette Portion saftigen Rock’n’Roll draufgelegt hat. Mit englischen Texten diesmal und natürlich, wie gewohnt, astrein produziert.

The Judas Tree mag für Einige eine Überraschung sein, aber bei Luke Gasser kann man sich eben nie sicher sein, was das Schweizer Energiebündel als nächstes ausbrütet. Luke macht, was er will und wofür er brennt. Und das immer wieder und vor allem aus vollem Herzen. Und verdammt gut. Eben typisch Luke Gasser.

Comments are closed.