27. Februar 2019

TODD THIBAUD und MICKY & THE MOTORCARS setzen auf ihre Fans zur Finanzierung ihrer neuen Alben!

Gleich zwei langjährige Blue Rose-Künstler haben derzeit sogenannte Crowdfunding-Aktionen laufen – MICKY & THE MOTORCARS und TODD THIBAUD. Crowdfunding – das ist die Möglichkeit, für jedwelche Art von Projekten Geld von Unterstützern zu sammeln. „Spende“ wäre das falsche Wort, denn die Unterstützer bekommen im Gegenzug für ihren finanziellen Beitrag einen Gegenwert, der sich nach der Höhe des geleisteten Betrages richtet. Bei unseren erwähnten Künstlern geht es natürlich um Gelder für neue Alben, die „kleine“ Musiker nicht aus eigener Tasche
finanzieren können. Allein schon die Produktion (Studiozeit, Studiomusiker, Techniker) geht weit über das Budget hinaus, das Musiker selbst aufbringen können. Waren die Plattenlabels früher noch in der Lage, den Bands und Musikern einen gewissen Vorschuss auf ein Album zu gewähren, ist das heute bei den immer geringer werdenden Verkaufszahlen kaum noch möglich, schon gar nicht in der Höhe, die eine Albumproduktion letztlich verschlingt. Doch auch diese Crowdfunding-Portale sind in den letzten Wochen schwer in Verruf gekommen, nachdem eine der populärsten unter ihnen, Pledge Music, sich nicht mehr in der Lage sah, die für Projekte kassierten Beträge an die Personen auszuzahlen, für die sie bestimmt waren und für die die Fans auch bereits Geld überwiesen hatten. Jüngst hat etwa die britische Band The Quireboys ihre Geschichte öffentlich gemacht und Pledge Music an den Pranger gestellt, hier nachzulesen. Micky & the Motorcars nutzen sozusagen die Mutter der Crowdfunding-Portale, kickstarter.com, Todd Thibaud, der seine Kampagne ursprünglich über Pledge Music laufen lassen wollte und rechtzeitig stoppen konnte, hat die Plattform indiegogo.com gewählt, auch eine professionelle und glaubwürdige Company.
Diese Crowdfunding-Plattformen bieten verschiedene Deals an, so etwa ein flexibles Ziel oder auch einen „Alles oder Nichts“-Deal, was bedeutet, dass die Finanzierung nur dann erfolgt, wenn man den gesetzten Betrag auch erreicht. Warum also nicht einfach wie etwa Todd Thibaud ein flexibles Ziel setzen, also den Betrag bekommen, den man nach Ende der Laufzeit erhält und nicht wie Micky & the Motorcars Alles auf eine Karte setzen? Natürlich machen diese Crowdfunding-Firmen diese Projekte nicht umsonst, sondern kassieren eine Provision, und die Höhe dieser Provision richtet sich nach der Auswahl des Deals mit den Künstlern. Wer auf ein flexibles Ziel setzt, zahlt mehr Provision als jemand, der die „Alles oder Nichts“-Variante wählt. Man muss also bereits im Vorfeld abschätzen können, wie hoch der Zuspruch der Unterstützer sein könnte, was dann auch oft ins Auge gehen kann. Und das Feedback hängt natürlich auch davon ab, was der „Backer“ oder „Pledger“ als Dankeschön für seine finanzielle Beteiligung erhält. Todd Thibaud hat sich ein flexibles Ziel von US-$ 10.000 gesetzt, Micky & the Motorcars ein „Alles oder Nichts“-Ziel von immerhin US-$ 50.000. Beide haben zwar Stand 27.02. bereits über die Hälfte des angestrebten Betrages erhalten, doch vor allem Micky und seine Band haben bei nur noch 16 Tagen Laufzeit der Aktion einen langen Weg vor sich, wogegen Todd Thibaud mit 45 Tagen noch ausreichend Gelegenheit hat, seinen angepeilten Geldbetrag zu erhalten.

Wir werden immer wieder gefragt, ob uns als Plattenlabel eine solche Kampagne nicht schadet, da ja viele Unterstützer als Gegenwert ein Exemplar des neuen Albums erhalten. Natürlich tut uns jeder Artikel weh, den wir nicht verkaufen, auf der anderen Seite freuen wir uns über jedes neue Album, das uns unsere Künstler abliefern, was ohne finanzielle Unterstützung der Fans vielleicht nie erscheinen würde. Wir sehen das als Symbiose an, wo mehrere Parteien voneinander profitieren.

Hier die Links zu den beiden Crowdfunding-Aktionen:
MICKY & THE MOTORCARS: kickstarter.com
TODD THIBAUD: indiegogo.com

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