GRAHAM, JON DEE

GRAHAM, JON DEE
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Only Dead For A Little While CD € 15.90* Info
Only Dead For A Little While LP (Opaque Fiesta Red Vinyl) € 27.90* Info
It's Not As Bad As It Looks LP+CD € 4.90* Info

Der bekannte, regelmäßig auf Blue Rose Records veröffentlichende Musiker aus Austin, Texas, eine der seit langem begabtesten und schillerndsten Persönlichkeiten der Szene, hat soeben mit Garage Sale sein 8. Album vorgelegt. Als engagierter Fan, der ihn und seine Musik natürlich in- und auswendig zu kennen glaubt, könnte man sich jetzt eigentlich entspannt zurücklehnen, die CD einwerfen und bis zum ersten Gitarrensolo des Meisters runterzählen. Aber... das Gitarrensolo wird nicht kommen, denn Garage Sale ist anders! Anders als alle 7 Scheiben zuvor, weil das, was wir nun hören, als zusammenhängende Veröffentlichung gar nicht so geplant war...

Seit über drei Jahrzehnten bürgt der Name JON DEE GRAHAM für allerbeste Qualitätsarbeit in den Sparten Roots Rock, Guitar Rock und Texas Singer/Songwriter. Der rastlose, vielbeschäftigte Allroundmusiker aus Austin gilt mit seinen über 50 Lebensjahren als absolute Kultfigur der Szene, die davon ja nachgerade nicht eben wenige aufweisen kann. Jon Dee Graham lebt seine Musik im wahrsten Sinn des Wortes und vertritt vehement die Rock'n Roll-Seite von Americana. Zunächst stieg er 1979 für zwei Jahre als Gitarrist bei den Skunks ein, einer der wenigen überregional bekannten Punk Rock Bands aus Austin. Als Mitglied der legendären True Believers begann er danach seine Zusammenarbeit mit Alejandro Escovedo, einer weiteren Americana-Ikone aus Texas. Und so viel mehr: Gitarrist in der John Doe Band, mit Calvin Russell in Europa, Begleiter für Michelle Shocked, Dan Stuart und Trish Murphy, Country Music mit Kelly Willis, zig weitere Studiojobs von Gourds über Silos, Michael Hall und Reckless Kelly bis zu Ray Wylie Hubbard und Eliza Gilkyson, last not least die Resentments, seine Star-"Freizeittruppe", mit der er regelmäßig im Saxon Pub auftrat und die etliche viel beachtete Alben (via Blue Rose) auf den Markt brachte!

Seine Solokarriere startete Jon Dee Graham 1997 mit einem fulminanten Einschlag: Escape From Monster Island. Knapp zwei Jahre später folgte Summerland und Anfang 2002 Hooray For The Moon, gleichzeitig der Start zu einer ganz engen, freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Blue Rose, die bis auf den heutigen Tag anhält und über die Jahre eher noch gefestigt wurde. The Great Battle (2004) und Full (2006) hießen die nächsten Meilensteine, zuletzt machte Graham mit It's Not As Bad As It Looks in 2009 auf sich aufmerksam. In der jüngeren Vergangenheit hatte Graham immer wieder mit Unfällen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die ihn aber am Ende nie verzweifeln, sondern vielleicht sogar noch stärker werden ließen. So hat er das ein oder andere Mal seine Zähne zusammenbeißen müssen, um auf die Bretter des berühmten Continental Club in South Austin zu gelangen, wo er immer noch sein regelmäßiges Engagement gibt.

Garage Sale ist praktisch aus einer "fixen Idee" entstanden. Seine guten Freunde, John Harvey und Mary Podio, Betreiber des Top Hat Studios, in dem er u.a. das komplette Full-Album aufgenommen hatte, schenkten ihm einen Tag pro Monat, an dem er in ihrem Studio treiben konnte was er wollte. So kam es, dass Jon Dee Graham manchmal mit einem losen Songfragment auftauchte, das es weiterzuentwickeln galt, andere Male völlig ohne ein festes Konzept mit Instrumenten und Klängen experimentierte. Schnell fanden alle Drei (nun unter dem gemeinsamen Namen The Panda Bears) richtig Spaß an diesen lockeren Treffen und schufen, ohne es zunächst überhaupt zu realisieren, einen ganzen Batzen von wertigen Tracks, denen eine gewisse Abenteuerlust und Innovationskraft innewohnte, die es so normalerweise für ein von vorne bis hinten durcharrangiertes Graham-Projekt wohl kaum gegeben hätte. Also wirklich: Eine einsame, verlorene Klavier/Gesang-Nummer wie 'Bobby Dunbar' oder diesen abgefahrenen schlicht mit '#19' betitelten "Hawaii-Heuler" als Lap Steel/Vibrafon-Instrumental mag man sich auf keinem der vorherigen JDG-Alben ausmalen. Oder die wehmütige, im Mann/Frau-Gesangsduett mit Erin Ivey, very stripped-down vorgetragene Alternativversion von 'O Dearest One (Revisited)' - im Original elektrisch mit Band auf Full. Oder der heftig psychedelisierte Drone/Feedback/Slow Motion Rock auf 'Collapse'. Oder dieser merkwürdig verspielte, computer-getaktete Abschluss mit 'Radio Uxtmal (Venceremos)', der den bis hierher aufgeschlossen-verwunderten Fan vollends in die Irre schicken dürfte...

Aber keine Angst! Es gibt auch genügend Stoff, der Jon Dee Graham so zeigt, wie wir ihn kennen: 'Unafraid' als kerniger Opener, der schnelle, mit lautem Acoustic-Strumming und feinen Electric-Twanglinien vorwärtsgetriebene 'Orphan Song', die typische JDG-Powerballade 'Just Like That' und das punkige, an die True Believes erinnernde 'Where Were Yr Friends?'. Das eindringlich mit brutal-heiserer Stimme präsentierte und nur von akustischen Gitarren begleitete 'Codeine/Codine' nimmt dazwischen wohl eine Sonderstellung ein.

Natürlich waren die Türen im Top Hat Studio nicht verriegelt! So gelangten etliche JDG-Wegefährten zu den Sessions der Panda Brothers: Gitarrist Scrappy Jud Newcomb von den Resentments, Bassist Andrew Duplantis sowie die in Austin hinlänglich bekannten Drummer Joey Shuffield, Daren Hess, Vicente Rodriguez und Stephan Belans. K McCarty und Erin Ivey stießen ein paar Male als Harmoniesängerinnen dazu. Ja, und etwa nach einem halben Jahr wurde allen Beteiligten langsam klar, dass sie es hier mit dem Potenzial einer ganzen Platte zu tun hatten... - Garage Sale war geboren.

Jon Dee Graham - ein positiv Verrückter, der auch bei Recordings immer seine ganze elektrische Live-Rock'n Roll Power einbringt - entdeckt nach all den Jahren im Business die Annehmlichkeiten von Urlaubstagen im Studio und wie man mit diesem Luxus möglichst aufgeschlossen und freigeistig außerhalb der geltenden Konventionen umgeht, ohne auch nur ein Mal auf die Uhr schauen zu müssen!


Forget the spring-cleaning metaphors. Though JON DEE GRAHAM chose Garage Sale as the title of his June 29 release on Blue Rose Records, the 11 songs it contains are anything but cast-offs. It's just that, unlike the tracks on his seven previous solo releases, they weren't carefully written in advance, clustered around a theme, then recorded at breakneck speed.

In fact, Graham confesses, this time around, he initially had no idea he was creating an album at all. He was simply using a generous gift from John Harvey and Mary Podio, his pals at Austin's Top Hat Recording: one day a month of studio time to spend as he pleased. He'd show up with a skeleton of an idea - or no concept at all - and they'd just experiment. (They called themselves "the Panda Project"; Graham has a thing for bears.) Before he knew it, he had several release-worthy tracks. They capture an adventurous side he allowed to surface because, he says, nothing was at stake. There was no attempt to make a statement; heck, there wasn't even a plan to expose these songs to the public.
"Six months in, we started looking at each other and no one wanted to say it, but we all realized, 'Yeah, we're making a record,'" Graham recalls. "But we didn't change the process. It was beautiful. Recording without having the clock breathing down my neck was delicious."

Though Graham regards these songs as "little orphans that all got together under their own power," there's no question they're his - and they're every bit as compelling as anything this Americana troubadour and former Skunk/True Believer/L.A. sideman (and law-school dropout) has done before.

The opener, "Unafraid," serves as what he calls "the mission statement." As cymbal taps overtake an elegiac organ and thumping kick drum, Graham declares in his famously cigarette-scratched voice, "I've pulled the thorn from the paw of the lion/I've snatched the fang from the jaw of the snake."

After raising a son with a life-threatening illness and almost losing his own life in a 2008 car crash, Graham says, "With everything I've been through, what is the point of being afraid now? I've pretty much seen the best and the worst that I and the world have to offer. And we were pretty damned fearless making this record."

Whether he's drawing on personal experience or knitting vivid imagery into starkly real tales, Graham unequivocally affirms just what a master he is at turning a melody, a beat and some words into songs filled with so much emotional intensity, they almost burn. In "The Orphan's Song," he relates, "If you need some help/Some help to see you through/Then stand next to me/And I will stand next to you. I will be your brother for tonight." In "Yes Yes," he freezes time with the line, "and somehow everything holds its breath."

Then there's "Just Like That," in which he laments that he can't freeze time: "The perfect moments, they come and go/Like days and weeks and months they go/No matter how you hold on/you think you know . . ."

Maybe that's why Graham has been working on so many different projects of late. In March, he and pals Freedy Johnston and Susan Cowsill - a.k.a. the Hobart Brothers & Lil' Sis Hobart - released At Least We Have Each Other. Graham also has stepped up his visual arts career after staging his first solo exhibit in 2010. With fellow musicians/artists Jon Langford (Waco Brothers, the Mekons) and Walter Silas-Humara (the Silos), Graham hopes to organize a 12-city exhibit that would include opening-night performances in each city.

Named Austin Musician of the Year at the 2006 Austin Music Awards, Graham is a three-time inductee into the Austin Music Awards Hall of Fame for his solo, Skunks and True Believers work. He also was the subject of a 2006 documentary titled Swept Away. His last solo album, It's Not As Bad As It Looks, was named for his optimistic utterance to first-responders after his accident.

But Graham's always been a glass-half-full kind of guy. And recording this album, on which he played most of the instruments himself, may have made him even more so.
"One of the things I learned was to trust my instincts and my process more than I ever have," Graham says. "It made me a lot more open . . . and I think it sounds like that, too. The scope of it, the breadth of it, is a lot wider than anything I've ever done."

Come to think of it, this album is the embodiment of a garage sale: You show up with no expectations, but with enough digging, you unearth amazing treasures.

One Response to “Artists”

  • James Veit sagt:

    Dear Blue Rose,
    I was trying to figure out if the DVD included in the Danny & Dusty – Here’s To You Max Morlock (Live In Nuremberg) set would play in a standard US DVD player.

    Thanks in advance for your help

    James Veit

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