Der kanadische Singer/Songwriter, CanAmericana Artist und Heartland Rocker Leeroy Stagger gehört schon seit den frühen 2000ern zu den interessantesten Künstlern seiner Zunft. Auf seinem nicht immer geradlinig verlaufenen Weg sammelt er die wichtigen Auszeichnungen in Serie und erfreut sich allgemein höchster Beliebtheit und Anerkennung – weit über die Landesgrenzen hinaus, besonders auch in Europa, wo seine Alben häufig auf dem für solche Musik prädestinierten Blue Rose-Label erschienen sind und wo er sich über etliche Tourneen hinweg eine feste Fangemeinde erspielt hat. Seine aktuelle Tour bei uns ist gerade erfolgreich zu Ende gegangen, zusammen mit seiner Band trat er nach 10-jähriger Pause in vielen einschlägigen Clubs für handgemachte Musik auf und begeisterte sein Publikum auch wieder beim alljährlichen Static Roots Festival. Im Gepäck natürlich der ein oder andere Klassiker mit Wiedererkennungspotenzial aus einer langen Schaffenszeit, aber auch richtig viele neue Songs! Denn Leeroy Stagger hat ein brandneues Album mit neun durchweg starken Nummern veröffentlicht, es heißt – wie seine Tour – ‚Pilgrimage‚.

Der ursprünglich aus Vancouver stammende Stagger ist nach vielen Jahren in der Prairie von Alberta kurz vor der Corona-Phase wieder zurück an die Westküste gezogen und hat auf Vancouver Island in Victoria seine neue Heimat gefunden, inklusive hauseigenem Tonstudio (Neighborhood Records), in dem auch die aktuelle Platte entstand – in enger, freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem renommierten Multiinstrumentalisten/Songwriter/Produzenten/Arrangeur Joel Plaskett vom entgegengesetzten Ende Kanadas, aus Dartmouth an der Bucht von Halifax in Nova Scotia. Plaskett hat nicht nur alle Songs auf ‚Pilgrimage‘ co-geschrieben, instrumentiert und zusammen mit Leeroy Stagger produziert und aufgenommen, es ist vor allem seine empathische Art der atmosphärischen Gestaltung der einzelnen Tracks, jederzeit auf den Kern der Lyrics konzentriert und ausgerichtet. Und diese Songtexte sind besonders, ja, sie folgen einem Konzept, das von Leeroy Stagger in den Liner Notes des Booklets ausführlich erklärt wird. Kurz gefasst bedeutet ‚Pilgrimage‘ eine dezidierte Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit und Karriere, seinen schottischen Vorfahren und keltischer Tradition, initiiert durch ein Wochenende in Glasgow im Jahr 2018 und inspiriert durch das berühmte Buch ‚Soil And Soul‘ des Schriftstellers und Highland-Aktivisten Alistair McIntosh.
Da ist es keine Überraschung mehr, dass wir es bei ‚Pilgrimage‘ mit einem deutlich folkig ausgerichteten Leeroy Stagger-Album zu tun haben. Akustische Gitarren, Mandolinen, Geigen, Banjos stehen häufig im Vordergrund oder werden auf ganz natürliche Weise eingebunden in die gefühlvollen Balladen und die eingängige Songwriterkunst vom kongenialen Team Stagger/Plaskett, gerne auch garniert mit dezent elektrischen Folk Rock-Untertönen wie aus den 70ern. Dazu passt die „analoge“, handgefertigte Produktion, als quasi radikaler und sehr sympathischer Gegenentwurf zum mittlerweile doch arg automatisierten Americana-Fließbandsound all der Isbells, Carliles, Old Crows oder Avetts. Und dazu passt besonders auch die Stimme bzw. die Art zu Singen des Protagonisten: mit warmem, sonorem Tonfall, auch zupackend und etwas sperrig, jederzeit attraktiv und charaktervoll – eben 100% Leeroy Stagger!
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